Wer kennt das nicht: Die Suche nach dem einen, dem besonderen Möbelstück. Man will nicht immer nur alles mit Ikea eingerichtet haben, und doch am Ende ist der Weg zu dem Schweden immer der einfachste, anstatt die ganze Stadt (womöglich auch noch erfolglos) nach einer schönen Kommode oder einem coolen Tisch abzugrasen. Klar, ein paar “Erbstücke” sammeln sich bei einem auch noch an, aber individuell sieht anders aus. In etwa so:

Und dann träumt man davon wie schön es wäre, wenn man sich doch seine Möbel selber machen könnte. Aber selbst wenn handwerliches Geschick vorhanden sein sollte: Der Knackpunkt ist und bleibt der Entwurf! Und wenn man dann wieder ein tolles Designerstück gesehen, aber man beim Blick auf das Preisschild auch gleich wieder die Anschaffung verworfen hat, dann wünscht man sich doch, sowas wenigstens nachbauen zu können.

Wie schön das es Ronen Kadushin gibt. Der israelische Stardesigner und Wahlberliner probiert nämlich seit 3 Jahren einen völlig neuen Ansatz in seiner Design-Arbeit aus: Er stellt seine Entwürfe zur freien Verfügung unter eine CC-Lizenz. Das bedeutet das sich jeder die Konstruktionspläne auf seiner Seite runterladen und für seine Zwecke modifizieren kann. Natürlich nur für den nicht-kommerziellen Gebrauch, aber das ist ja auch kein Angebot an Möbelhersteller, sondern an Menschen die edles Design haben wollen, aber eben auch mal was selber machen.

Desweiteren ist das ja dann in der Anschaffung auch relativ günstig. Materialkosten bis zu 100 Euro sind, neben der Zeit die man in den Zusammenbau investiert, eigentlich das, was man aufbringen muss. Dabei decken die bis jetzt 21 Entwürfe vom Teelicht übers Regal bis hin zum Esstisch erstmal die Grundwohnbedürfnisse ab.

Ein super Projekt, wegen dem Kadushin vom US-Blatt “Wired” auch, zu Recht, zum Design-Guru erklärt wurde. Und im äusserst lesenswerten Futurezone-Artikel über ihn, verrät er auch wie man denn damit eigentlich Geld verdient, wenn man es frei zur Verfügung stellt:
“Die Tatsache, dass ich meine Designs gratis auf meine Homepage stelle, hat mir einen Lehrauftrag beschert. Meine Arbeit wird dadurch bekannter. Es macht mich auch interessanter für Firmen, die gerade auf der Suche nach einem Designer sind. Ich muss sagen, dass ich durch die Open-Design-Idee nur gewonnen habe, und das macht mich sehr glücklich.”
Grossartige Idee. Nun bleibt aber immernoch die Frage, wie man aus Ikeamöbeln etwas einzigartiges schaffen kann. Ich habe da zum Beispiel eine super Idee, die mir zuletzt durch Zufall passiert ist: Ich habe mir eine Kommode geholt. 4 große Schubladen, 2 kleine. Keine Ahnung wie die heisst. Vermutlich “Knødel” oder so. Wie die Sachen halt immer da heissen. Oder “Schubladia”. Ich habe mir die in Blau ausgesucht, bin dann zum Regal, habe die zwei Kartons, auf die der Bausatz verteilt war, mitgenommen, an der SB-Kasse gezahlt und bin nach Hause. Und da dann die große Überraschung: Ich habe aus Versehen einen Karton für die blaue und einen für die schwarze Kommode mitgenommen! Da ich ja selber kassiert habe, hat das auch keiner bemerkt, ich am allerwenigsten. Und was soll ich sagen: Die Farbkombi passt super zusammen und ich kann relativ sicher sein, das es dieses Möbelstück SO nicht überall gibt. Hier das Beweisfoto:

Das kann man mal machen, hat aber natürlich keine Zukunft, weil ja dann bei denen im Lager alles durcheinander gerät. Deswegen sei noch auf eine andere, fantastische Seite hingewiesen: Ikea Hacker. Wie man seine Möbel, die man zwischen dem Kötbullar-Essen gekauft hat, relativ einfach und/aber effektiv pimpen kann, wird auf diesem Blog gesammelt und erklärt und kann sich (fast) immer sehen lassen. Auch wenn es nicht immer dem eigenen Geschmack entspricht, die Ideen dahinter sind oft so einfach wie genial. Und Inspiration bekommt man da en masse.
Ab heute muss niemand mehr im Katalog wohnen. Hurra!
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