5.Stock
Sandra Kranich – Künstlerin und Pyrotechnikerin
Auf den ersten Blick scheint es, als ob Sandra Kranich Klorollen sammelt, die sie zu wuchtigen Objekten zusammendrahtet. Das seltsame daran ist aber, dass diese Objekte an einigen Ecken und Kanten abgefetzt sind und Schmauchspuren aufweisen.

Ehe ich meinen Klorollengedanken aussprechen kann, kracht und zischt es mir um die Ohren. Ich liege so was von daneben – die Strafe folgt geräuschvoll auf dem Fuße. Auf ihrem Arbeitstisch steht ein Bildschirm auf dem sie Videomaterial von Feuerwerken zeigt. Ihre Feuerwerke selbstverständlich. Ich bin sichtlich beeindruckt. Wir haben eine Feuerwerkerin im Haus- wer kann das schon von sich behaupten? Während ihres Studiums der bildenden Künste hat sich Sandra mit Zeichnungen beschäftigt, deren „sich überlagernde Strukturen und geometrische Formen“ sie stark an ein Feuerwerk erinnerten. Der Wunsch „mit Licht in den Himmel zu malen und die Dunkelheit zu zeichnen“, wie sie sagte, war geboren und ebnete den Weg für eine ans Studium anschließende Ausbildung zur Pyrotechnikerin für Großfeuerwerke. Hier seht ihr Dokumentationen von zwei Projekten, die sie in diesem Jahr „abgeknallt“ hat:
Hausfeuerwerk I/ Westfälischer Kunstverein Münster 2009

Die Zuschauer können dem Spektakel hinter Sicherheitsglas beiwohnen.

Am Ende bleibt eine Mondlandschaft.

Lost Star, Feuerwerk 2nd Athens Biennale 2009

Sandras Zeichnungen beginnen schon mit dem Aufbau und der Konstruktion des Feuerwerks.

Uli Goll – Motiondesign
Uli ist Motiondesignerin. Aha. Was macht denn ein Bewegungsgestalter?
Uli arbeitet ausschließlich am Computer und mit dem 3 – D Programm Cinema 4 D und After Effects. Und nu? In ihrem Arbeitsraum zeigt sie ihr Showreel.

Sie bringt Häuser zum Fliegen und kleine Zuckermoleküle setzen sich zu seltsamen Gebilden zusammen, die kurz darauf zu Staub zerfallen. Ich bin angetan, denn Staub am Computer zu generieren (sacht man doch so auf Computerdeutsch, oder?) ist doch eine ziemlich figgeliensche Angelegenheit.

Wieder dahemm!
Die Zeit vergeht wie im Flug. So gerne würde ich über jeden Künstler berichten. Ich denke, es leuchtet jedem ein, dass es sich dann bei dieser großen Anzahl um eine Lebensaufgabe handeln würde. Die Besucher sind, wie ich, im fünften Stock angekommen und stürmen unsere Buden. Die Leute stehen selbstverständlich Schlange an meinem Tanzpodest, jeder weiß ja, dass das Beste was unsere Füßen machen können, die Tanzerei ist.

Meine selbstgebackenen Kuchenblömeleins gehen weg wie warme Semmeln. Leider hat es kein Mäzen bis in das fünfte Stockwerk hoch geschafft und dennoch bin ich zufrieden. Denn ich habe viele interessante und interessierte Menschen kennengelernt. Vielen Dank für Euren Besuch – schön isses gewesen.
Bis nächstes Jahr!
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