Für alle die nicht dabeigewesen sein können: Hier nochmal alle Künstler und ihre jeweiligen Projekte auf dem Berliner Workspace in der Einzelübersicht.

Die Delegation der Gruppe Urbikon.com, die am Workspace teilnahmen, hat ganze Arbeit geleistet. Auf ihrer Seite haben sie ihr Projekt folgendermassen erklärt:

Jeder kennt die fast schon zu Ikonen gewordenen Alltagsgestalten im Stadtbild: Bratwurstverkäufer, getunte Autos die röhrend über die Straßen fegen, der unangenehme Ticketanbieter am U-Bahnhof und später der Kontrolleur in der Bahn. Über Rot laufende Fußgänger oder ewig rote Ampeln nach Mitternacht. Falsch parkende oder wie wild durch die Spielstraße fahrende Idioten. Gröhlende Partypeople halb vier Uhr morgens mitten in der Woche, Hundebesitzer mit ihren Vierbeinern auf Gehwegen oder ein Polizeihubschrauber, der unaufhörlich über demonstrierende “Chaoten” schwebt.

Das war also der Ansatz, den urbikon.com hatten, als sie sich Gedanken über ihre Arbeit im Workspace gemacht haben. Dabei ist einiges rausgekommen:

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Hier sehen wir die Vorbesprechung, die Planung für den Tag. Natürlich sind alle Umbauten genauestens ausgerechnet und überlegt. Die zur Verfügung stehenden Elemente wurden perfekt in urbikons Konzept eingearbeitet.

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Natürlich bedeutet das auch für die TTT, so hiessen die bereitgestellten Elemente von “The Product”, das sie umgebaut werden müssen, das man sie customizen muss um der eigenen Vision gerecht zu werden. Aber genau dafür sind sie ja auch da…

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Hier zum Beispiel werden gerade “custom Carrera-Schienen” gefräst, gesägt und zusammengebaut. Wie cool ist das denn bitte schön? Also jeder, der als Kind eine Carrera-Bahn hatte, muss jetzt das Herz aufgehen. Hätte man das damals schon gekonnt, sich die Schienen selbst zu bauen und so eine Strecke zu machen, die wirklich zu 100% den eigenen Vorstellungen entspricht, meine Herren, da wäre was los gewesen in deutschen Haushlten…hehehe.

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Banden an strategisch wichtigen Punkten aufzustellen ist ein Muss. Vor allem wenn das eine Stele sein sollte, an der man gerne mal rausfliegt.

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Und das alte Problem: Frei hängende Schienen-Stücke werden niemals halten. Wer erinnert sich nicht an frustrierende Nachmittage mit dem Versuch doch mal irgendwas mit der Strecke anders zu machen.

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Das war aber nicht alles. Denn das Konzept von urbikon.com beinhaltet ja noch deutlich mehr, als einfach nur eine Carrerabahn durch den Raum fahren zu lassen. Nochmal Zitat von der urbikon-Website:

Im Workshop und während des Abends werden einige der Ikonen auf unsere Anfrage hin ihren Alltagsraum in den temporären Besucherraum transferieren. Alle Anwesenden können in einen aktiven oder passiven Austausch mit Ihnen treten und damit -zumindest in Fragmenten- am urbanen Realismus teilhaben. Bis sie wieder zurückgehen in ihren eigenen Teil von Stadt.

Nun, das mag mit der Carrerabahn als Symbol für die Geschwindigkeit der Stadt, aber auch für das spielerische, für die Suche nach Ablenkung und natürlich für das “Autotunen” geglückt sein, aber wo bekommt man die anderen Bereiche her? Wie schafft man es, viele Bereiche gleichzeitig passieren zu lassen? Da kam noch eine Idee des Kollektivs ins Spiel, die so einfach wie genial war:

Ich war ehrlich gesagt irritiert. Wo kommt denn auf einmal der Rosenverkäufer her? Wie kommt der denn ausgerechnet auf diese Party? Und sind die Türen da nicht immer so unangenehm streng, das der nicht reinkommen würde? Aber damit nicht genug, denn nachdem sie die ganze Zeit am Fuße der Aufgangstreppe standen, kamen plötzlich noch diese Männer in den Saal:

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Und spielten ein wundervolles Dixieland-Potpurri. Ich war noch etwas verwirrt, hielt das alles für einen Gag, bis mich endlich jemand aufklärte, das diese Leute auf Einladung von urbikon hier wären. Und auf einmal machte alles irgendwie Sinn. Den Raum nicht nur anpassen (Carrera), sondern auch einfach auflösen (Ausstellung trifft Rosenverkäufer-Realität/ “Strassen”-Musiker drinnen). DAS nenne ich mal urban customization. Sauber. Genauso habe ich mir das vorgestellt. Also so, das ich es mir gar nicht vorstellen konnte. Grossartige Arbeit. Und ganz ehrlich: Carrerafahren macht immernoch genau so viel Spass wie früher.

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q.e.d. :)

 

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