Das soziale Netzwerk Facebook entwickelt sich immer mehr zum Lebensmittelpunkt der Generation Web 2.0. Morgens nach dem Aufstehen werden erst einmal auf dem Handy, Laptop oder iPad Freundschaftsanfragen beantwortet, FarmVille gespielt oder der Status mit nützlichen Informationen wie zum Beispiel “Guten Morgen” geupdatet. Das zieht sich dann über den ganzen Tag hinweg, bis man am Abend wieder ins Bett zurückkehrt, nochmal kurz das “Gute Nacht” Update eintippt und dann die Augen zu macht und schläft.
Die Kommunikation im realen Leben wird komplett heruntergeschraubt, denn über was sollte man sich mit seinen Freunden auch unterhalten, wenn dank Facebook sowieso schon alle Neuigkeiten bekannt sind. Urlaube oder Parties können schon lange nicht mehr genossen werden, da die meiste Zeit damit verbracht wird das Erlebte in Fotos festzuhalten, um später auf dem Profil die Leute auf dem Laufenden halten zu können.
Mittlerweile habe ich mich an diese Verhaltensweise gewöhnt und vielleicht ein Stück weit angepasst, aber wie hätte es eigentlich ausgesehen, wenn es Facebook schon vor 6.000 Jahren gegeben hätte und historische Ereignisse von den jeweiligen Personen dort festgehalten worden wären. Was hätte Gott geschrieben, als er die Welt erschuf oder wie sah der Status der Besatzungsmitglieder von der Columbia Raumfähre aus, kurz bevor sie bei ihrem 28. Weltraumeinsatz am 1. Februar 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre auseinanderbrach?
Diese und viele weitere unterhaltsame Statusmeldungen von unter anderem Ben Franklin, Galileo, Isaac Newton und Abe Lincoln wurden in der Reihe “If Historical Events Had Facebook Statuses…” zusammengefasst:
Oh mein Gott: 23! Die Zahl der Illuminaten, der Freimaurer! Heute also die verschwörerischste Ausgabe unserer MOTW. Aber psssssssssst!
- Es gibt ja immer diese Fotostrecken namens “The big picture”, wo wirklich grossformatige, hochauflösende Aufnahmen irgendwelcher interessanten Motive zu sehen sind. Das ist jedesmal mindestens aufregend. Nun hat sich jemand der Bilder angenommen und sie noch betextet. Und damit ganz neue, ganz andere Werke geschaffen. Die man sich alle hier angucken kann und sollte, weil das superlustige (meistens) Arbeiten sind.
- Auf reddit hat jemand ein Foto von einem Wahlplakat von den Phillippinen gepostet, das wohl als so ziemlich ehrlichstes Wahlplakat in die Geschichte eingehen dürfte:
Grossartig! Man stelle sich das einmal hierzulande vor: “Angela Merkel – Ich versuchs ja!” :)
- Wer einmal eine wirklich schrecklich dramatische Geschichte lesen möchte, dem sei folgender Comic empfohlen, der dankenswerterweise komplett online steht, damit sich solch schreckliche Geschehnisse nicht noch einmal wiederholen: “It happened at Woodstock” (via Nerdcore)
- Die entfernt an Tattoos erinnernden Illustrationen von Rik Lee sind jeden Besuch wert, und sei er während der Arbeitszeit. Supercoole, superunpeinliche Bilder. So wie dieses hier:
- Und das Video der Woche kommt von den Dancing Pigeons, heisst “Ritalin” und könnte wohl keinen besseren Titel haben. Zumindest wenn man, wie ich, eine deutliche und große Bild-Text-Schere bemerken kann.
Erstaunlicherweise ist mir jetzt erst aufgefallen, das wir hier eigentlich so gut wie nie politisch geworden sind. Komisch, finde ich doch das gerade bei jungen Künstlern und/oder gerade in so urbanen Kunstformen wie der Street Art das politische oft eine grosse Rolle spielt, abgesehen vom eigentlichen Politikum, die die Provokation der Eroberung des öffentlichen Raumes für manche schon darstellt.
Nun gut, man kann es nicht erzwingen. Die fogende Arbeit, auf die ich hinweisen möchte, hat eben etwas ganz spezielles. Etwas, das hier genau hinpasst und gehört. Es geht um die Moschee, die in New York gebaut werden soll. In der Nähe des “Ground Zero” soll eine große muslimische Moschee gebaut werden. Das schlimme ist: Jetzt muss darüber diskutiert werden. Rechte Hardliner halten den Bau für eine Provokation. Das muss man sich mal vorstellen. “Sippenhaft” ist da noch der harmloseste Begriff, den ich den selbsternannten “Kritikern” des Bausvorhabens vor die bigotten Füße kotzen möchte. Nun ja. Meine Meinung. Entschuldigt die Ausdrucksweise, ich schweife ab.
Wie die Realität aussieht, das zeigt Daryl Lang in seinem Blog auf fantastische Weise: Die Kritiker werfen den Moscheebauern immer vor, sie würden zu nah am Ground Zero bauen wollen. Nun ist Lang losgegangen und hat alles fotografiert, was sich in der gleichen Entfernung vom Platz wo das WTC stand befindet. Normale Läden, Souvenirstände. Alltag. Ein Stripclub. Normalität. Nichts mit besonderer Pietät, nichts mit Eierlauf. Oder, wie Lang es selbst auf seinem Blog beschreibt:
Look at the photos. This neighborhood is not hallowed. The people who live and work here are not obsessed with 9/11. The blocks around Ground Zero are like every other hard-working neighborhood in New York, where Muslims are just another thread of the city fabric.
At this point the only argument against this project is fear, specifically fear of Muslims, and that’s a bigoted, cowardly and completely indefensible position.
Genau so sieht es aus. Diese Geschichte ist für mich tatsächlich aussagekräftiger, als alle genauen Portraits oder vielseitigen Artikel über die Problematik. Die Reihe der Bilder bei Langs Artikel spricht für mich Bände. Ich bin aufrichtig beeindruckt. Gäbe es einen Pulitzer-Preis für Blogbeiträge mit besonderem, journalistischem Wert: Ich würde ihn “Hallowed Ground” verleihen.
Der in Südadfrika geborene und in Berlin lebende Streetart-Künstler Robin Rhode ist für seine verspielten Ansätze bekannt. Seine Kunst ist eine Mischung aus Happening, Fotografie und Video, in Verbindung mit zeichnerischen Versatzstücken. Thematisch setzt er sich sowohl mit sozialkritischen als auch ungezwungenen Betrachtungen der Jugendszene um Johannesburg, insbesondere Soweto, auseinander. Als ein mit Apartheid, Gewalt und Rassismus aufgewachsenes Kind haben die Arbeiten Rhodes immer auch einen autobiographischen Hintergrund.
Er schafft es, mit einfachsten Mitteln kreative Geschichten zu erzählen und diese auf Fotos festzuhalten. Ein paar seiner schönsten Arbeiten findet Ihr nach dem Jump:
Auffällig an Ganglians aus Sacramanto/Kalifornien sind besonders zwei Dinge. Ihr Sänger Ryan ist so lang und schlaksig, dass man daraus sogar den Bandnamen ableiten kann (Erklärung weiter unten). Und ihr Sound ist gleichzeitig wissend und naiv genug, um beides zu bearbeiten: Die Nachlassverwaltung der Beach Boys und die Weiterentwicklung des Zeitgeistes. Klar, Psychedelic und Fuzzgitarren sind gerade en vogue, wenn es darum geht, dem Digitalisierungswahn und der Haltbarkeitsverkürzung von Musik etwas entgegen zu setzen, ganze Alben aufzunehmen und diese sogar noch auf richtigen Schallplatten zu veröffentlichen. Ganglians gelingt es tatsächlich, in diesem Sound-Backlash, der sich seinerseits langsam zum gültigen Hipsterscore uniformiert, all ihren bisherigen Releases und vor allem ihrem Album „Monster Head Room“ den Stempel ‚Ausnahmeerscheinung’ aufzudrücken. So unmissverständlich, dass ihre Releases auch dann noch gültig sein werden, wenn in zwei, drei Monaten das nächste Soundupdate ausgerufen wird. Und auch in fünf Jahren noch, oder zehn, oder zwanzig. Ganglians sind ohne großen Anlauf fast schon beim Klassiker angekommen und sie wollen sogar noch besser werden. Diese Band also bitte im Auge behalten!
Wie habt ihr als Band zusammengefunden?
Ryan: Ich habe irgendwann angefangen, Musik aufzunehmen. Kurz nachdem ich mit dem Gitarrespielen begonnen hatte. Ich nahm auf Vierspur auf. Stellte das ins Internet. Bekam ein paar Shows angeboten. Adrian, Alex und Kyle haben damals zusammen gejamt. Ich kannte Adrian und ich fand, sie sind ziemlich gut. Ich war aus Montana und kannte nicht viel. War also leicht zu begeistern. Ich sollte also diese Show spielen, fragte Adrian und noch einen anderen Freund, ob sie mich unterstützen und dann kamen Alex und Kyle mit ins Spiel. Wir spielten ein paar absolut fürchterliche Shows zusammen, klangen ganz anders als heute. Wir haben dann viel geprobt und irgendwann begann es dann gut zu klingen.
Das neue Album klingt etwas introvertierter als die vorherigen kleineren Releases. Wohin bewegt ihr euch als nächstes?
Ryan: Auch wenn es scheinbar gerade jeder macht, wir werden mit den neuen Songs etwas düsterer. Und ich denke, wir werden versuchen, das nächste Album etwas epischer anzulegen. Ich denke, das aktuelle Album ist schon ziemlich gut, wenn man bedenkt, dass das für alle die erste Band ist und wir unsere Instrumente noch nicht so lange spielen. Wir müssen einfach daran arbeiten, als Band weiter zusammenzufinden, unsere Seelen zu synchronisieren.
Kyle: Die neuen Songs sind echt großartig, ich bin echt begeistert!
Wenn du sagst, ihr müsst noch zusammen wachsen: Auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent – wo befindet ihr euch momentan?
Ryan: Na ich würde so sagen 80 Prozent.
Alex: Dein Ernst?
Ryan: Naja komm, es gibt einige Sachen, die wir noch lernen müssen.
Alex: Nee, ich meine, wir können noch viel weiter kommen als weitere zwanzig Prozent.
Ryan: Ach so, ja, wir glauben, the sky is the limit. Aber wahrscheinlich verbrennen wir, bis wir da hinkommen. Aber ich hoffe, wir schaffen es hoch in die Lüste und spielen Musik im Himmel.
(Gelächter)
Ryan: Mit John Lennon und dem Rest der Beatles.
Mathematisch betrachtet könnte das aktuelle Album also 20 Prozent besser sein?
Ryan: Ja, ich glaube schon. Unser Songwriting hat sich verbessert, wir gehen mit den Instrumenten besser um, haben bessere Ideen für die Instrumentierung.
Kyle: Auch wenn es cheesy klingt, ich glaube, das neue Album wird einfach viel erwachsener klingen. Der Stil von „Monster Head Room“ ist schon etwas amateurhaft. Wir haben oft nicht darauf geachtet, wie es klingt, weil so viel „Spaaaaaaß“ hatten. Und ich denke, das nächste wird … also ich will nicht ernsthafter sagen …
Alex: Aggressiver.
Ryan: Relevanter.
Es gibt momentan einige Bands, die sich an psychedelischer Musik aus den Sechzigern und Siebzigern orientieren, insbesondere in L.A. Seht ihr es eher als Vorteil oder als Nachteil, nicht auch in L.A. zu leben?
Ryan: Es ist schon ein Vorteil. Wir haben viel Luft zum Atmen, es sind nur 1,5 Stunden nach San Francisco. Wir haben zwei Shows in L.A. gespielt und eine davon war echt furchtbar. Ich finde auch, dass der Norden Kaliforniens psychedelischer ist als der Süden. Früher gab es da ja dieses Punkding und heute ist es mehr Surfmusik mit psychedelischen Elementen. Manchmal finde ich auch, es geht gar nicht so sehr um East Coast gegen West Coast, sondern um Nordkalifornien gegen Südkalifornien. Ich glaube, der Norden hat gerade viel zu bieten, ich mag aber auch viele Bands aus dem Süden.
Adrian: Dieses Nostalgieding kann auch zu einem Problem werden. Die beste Musik ist sowieso Zukunftsmusik. Wenn du nur darauf bedacht bist, die richtigen Vintage-Verstärker zu benutzen und alles so Sixties-mäßig klingen zu lassen. Du musst die Zukunft wollen.
Ihr wollt, dass die Zukunft jetzt passiert?
Adrian: Genau, aber man muss dabei noch ein wenig offen lassen, damit das, was danach passiert einen noch überraschen kann.
Das stellt das gesamte Zukunftskonzept auf den Kopf.
Adrian: Stimmt. Was sie einem in diesen Zeitreisefilmen erzählen stimmt ja auch nicht. Im ewigen Jetzt sind Vergangenheit und Zukunft nicht mehr bedeutend. Das ist das gute an Musik. Jeder vergleicht dich mit anderen Sachen aus der Vergangenheit, aber das ist überhaupt nicht erheblich, weil genau das gleiche auch in der Zukunft wieder passieren wird. Also wen kümmerts? Es wird auch in der Zukunft wieder ein Sixties Revival, Eighties Revival oder was auch immer geben. Es ist ja auch kein Revival, es ist ja nur so, dass Leute einen bestimmten Sound spielen.
Angeblich habt ihr euch den Namen gegeben, weil ihr auf dieses Gang-Ding abfahrt, weniger aus neurologischen Gründen, also wegen der Gangliens.
Alex: Ja, es geht darum, eine Gang aus Aliens zu sein. Guck dir doch mal Ryan an. Er ist riesig, hat lange dünne Extremitäten.
Wie sieht denn das Gang-Sign aus?
Ryan: Das können wir dir jetzt nicht zeigen, es ist echt lang. Es dauert ca. eine Stunde.
Sacramento war ja mal als die Hochburg des New Metal verschrien. Welches Image hat Sacramento heute?
Alex: Mann, wann war das noch mal?
Ryan: So um die Jahrtausendwende.
Adrian: Deftones und Papa Roach und all das. Das war groß als ich in der Highschool war.
Ryan: Momentan versucht jeder, die verrückteste Band zu sein, den absurdesten Noise zu machen. Aber diese Phase ist eigentlich auch schon wieder durch.
Adrian: Momentan gibt es eher so eine anything goes-Stimmung. Da gibt es diese eine Band, die überall auftritt, wo sie es nicht sollte. In Zügen zum Beispiel. Es gibt viel Folkzeug, so poppiges Pianozeug.
Alex: Es ist immer eine Mischung von vielem. Auch als dieses New Metal-Ding passierte. Das war zwar außerhalb von Sacramento ziemlich bekannt, es war aber nicht so, dass jeder bei uns das cool fand. Es gibt viele verschiedene Szenen, die nicht so viel miteinander zu tun haben.
Adrian: Es ist auch nicht sehr organisiert. Leute kommen und gehen. Wir sind gerade in Europa, was wirklich cool ist, aber das ist ja auch nicht die Normalität für Bands unserer Größe. Wir wollten das so und haben viel dafür gemacht, aber ich glaube, vielen anderen fehlt da der Enthusiasmus. Das ist das typische Sacramento-Ding: jeder ist sich unsicher, was er eigentlich will. Identitätskrise.
Ryan: Aber es ist trotzdem cool, es gibt viel Austausch. Jeder spielt in irgendeiner Band und in der Band eines anderen und so weiter. Sie spielen zwei, drei Shows und verschwinden wieder. Es gibt viel Potenzial, aber es wird nicht geformt.
Wie wichtig ist es euch, Teil der neuen Vinylkultur zu sein?
Ryan: Die Labels, auf denen wir veröffentlicht haben, also Captured Tracks oder Woodsist, gehören wohl zu den Vorreitern dieser Bewegung. Auch Mexican Summer bringt viele gute Sachen raus. Ich wusste immer, dass Woodsist coole Tapes rausbringen und es eben dieses Ding der Band Woods ist und dann hat Jeremy (der Labelbetreiber Anm. d. Red.) mich irgendwann völlig unerwartet kontaktiert und das war schon cool. Wir kannten uns ja nicht. Das war schon aufregend. Er hat einfach ein gutes Ohr für Musik. Bei Mike von Captured Tracks genau das gleiche. Mike bringt eine Menge Zeug raus. Sie sind beide coole Typen, die total in ihrer Sache aufgehen. Es ist echt toll, dass die Vinylkultur zurück ist. Es ist beinahe so etwas wie eine ganz neue Sache, weil viele Kids gar nicht mehr damit vertraut waren. Viele Leute wollen es einfach besitzen, auch wenn sie die Songs dann eher auf ihrem iPod hören.
Sammelt ihr selbst?
Ryan: Ich würde nicht sagen, dass wir Vinyl-verrückt sind. Aber wir tauschen Platten mit jeder Band, die wir treffen. Ich habe auch erst seit ein paar Jahren einen eigenen Plattenspieler. Ich lebte früher immer in Häusern, in denen es Plattenspieler gab. Also ist meine Sammlung noch relativ klein. Ich habe mir immer mal hier und da was besorgt. Es war nie so, dass ich bestimmten Platten nachgejagt habe und eine große Sache daraus machen wollte. Es ist so, dass wenn ich etwas mag, ich versuche es auf Vinyl zu bekommen.
Aber es ist für euch wichtig, die eigene Musik auf Vinyl zu veröffentlichen?
Ryan: Oh absolut. Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand damit glücklich sein kann, Musik nur auf CD oder als Download zu veröffentlichen.
Ganglians’ Album “Monster Head Room” ist bei Weird Forest/Souterrain Transmissions erschienen.
Jubiläum! Schon zum zwanzigsten Mal die Memes der Woche! Zum zwanzigsten Mal einen schönen Wochenausklang. Und zum Jubiläum habe ich beschlossen, das alles so fantastisch bleibt, wie es ist und noch besser..Hier sind die glücklichmach-Links zum Wochenende:
- Schöner ist wohl noch nie ein Mädchen auf der Welt gefragt worden, ob sie ausgehen möchte. Nerds und Geeks aller Länder haben zentnerdicke Tränen in den Augen und sie haben Recht. Hoffentlich hat es geklappt…
- Der heiss geliebte “DJ der guten Laune” ist wieder da! Und jetzt wird er andauernd gezeigt und interviewt und so und das alles so stylisch, mit der geringen Tiefenschärfe und so: I like! Ich finde den Typen auch so angenehm, ich könnt dem den ganzen Tag zuhören. Im neuesten Filmchen erzählt er von seinem “Übertraum deluxe”:
- Essen essen macht doch immernoch am meisten Spass, wenn das Essen auch lustig aussieht. Das merke ich auch immer bei meiner Tochter, die ihr Essen noch lieber mag, wenn ich Gesichter oder Landschaften auf die Teller zauber. Mit dieser Leidenschaft bin ich aber nicht alleine, da gibt es noch einige andere, die das auch gerne machen und dabei eine Virtuosität an den Tag legen, das mir nix mehr einfallt, oder anders gesagt: Bitte besuchen sie nun die Seite namens “My Food looks funny”
- Hier das (angeblich, ich weiss es nicht) erste Barrierefreie Musikvideo. Also ein Video bei dem auch zum taube Menschen den Song nach- und mitempfinden können. Durch Gebärdensprache, die die Texte mitzeigt oder durch solche kleinen Tricks wie eine Wavelinevisualisierung der Instrumente am oberen Rand. Ich finde das schön gemacht. Der Song ist okay, aber am beeindruckensten finde ich den “Gebärder”, der voll abrockt, während er den Text zeigt. Kann man den bitte auch auf Festivals mit auf die Bühne stellen, oder so? Ich finde das sowieso immer beeindruckend zu sehen:
- Das Wochenende ist ja immer ein guter Zeitpunkt neue Musik zu entdecken und wer dabei das Haus nicht mehr verlassen will, dem sei folgende, hervorragend zusammengestellte Liste vom Wildstyle Mag schwerstens ans Herz gelegt, weil die Damen und Herren Hip Hop Experten nicht weniger als 33 (in Worten: DREIUNDDREISSIG!!!) frei im Netz runterladbare Alben von Hip Hop, Rap oder irgendwas dazwischen Acts aufgespürt und zu einer komfortablen Liste zusammengeschnürt haben. Das wars dann mit der Freizeit…:) Übrigens: Eines der Alben die mir spontan mit am besten gefielen, war das von Suff Daddy. Fette Old School Beats und Hip Hop wie er noch in guten Zeiten klang…Ach ja.
Ich merke immer wieder, wie leicht ich auszutricksen bin. Da gucke ich mir seit einer geschlagenen halben Stunde die Bilder von Frau Textor an und merke erst an der namensgebung der Rubrik auf ihrer Seite, unter der die Bilder zu sehen sind, das es sich um Malereien handelt und nicht um Fotos. Verrückt.
Nun kenne ich Leute, die können mit Fotorealistischer Malerei nichts anfangen. Das ist denen zu langweilig, da ist zu wenig Impact. Das sei ja nur stumpfes Abbilden. Klar, kann ich verstehen. Ein Vorwurf, den sich die 1986 in Kalifornien geborene Marissa Textor trotz ultrarealismus dennoch nicht stellen muss. Denn bei ihr funktionieren die Bilder auf eine andere Art und Weise, als damit zu beeindrucken, besonders versiert zu sein (was sie, btw, sind).
Ich weiss nicht genau wie oder was sie da macht. Ich begreife nicht wirklich ob sie sich einfach geniale Vorlagen raussucht und selber fotografiert und dann abmalt, ob sie ein Auge für eine gelungene Bildkomposition eines Augenblicks hat oder ob sie beim Transfer Sachen weglässt, ausradiert, nicht mit auf ihr Gemälde übernimmt. Und genau das macht für mich das Faszinosum der Arbeiten aus: Das ich nicht sicher sein kann. Das sie per se schon eher das “Sichere im Unheimlichen” abbilden und mich dann auch noch in die Irre führen könnten. Super. Ich steh auf so was. Unbedingt sofort rübergehen und sich durchs Portfolio klicken. Schönste Arbeiten.
Treffen sich ein New Yorker und ein Kalifornier und fangen an zusammen zu malen. Was klingt wie der Anfang eines Witzes mit schlechter Pointe, entpuppt sich als eine tolle Geschichte mit grossartigem Showdown, die noch lange nicht zu Ende erzählt ist. Die beiden Männer mit den äusserst langen Namen David Walter McDermott und Peter Thomas McGough haben also beide an genau entgegen gelegenen Küsten der USA in den 70er Jahren studiert, bevor sie in den 80ern zusammenfanden und von da an gemeinsame Wege gingen. Und das führt dann zu so grossartigen Bildern, wie in ihrer letzten Ausstellung (immerhin schon 2 Jahre her) “Because of him”:
Man sieht natürlich das die beiden, in den 50er Jahren geborenen offensichtlich sehr von der Zeit ihrer Kindheit inspiriert sind und da noch irgendwas ferstig aufarbeiten müsen oder wollen oder vielleicht sogar können. Tatsächlich sind mediale Eindrücke aber auch mit die konkretesten, die man aus der Kindheit hat, oder? Ich erinner mich zum Beispiel noch genau wie unheimlich die Eltern in “Invasion vom Mars” geguckt haben, als sie vom Hügel wieder nach Hause kamen und ihren Sohn auch hinter den Hügel bringen wollten. Ein Film den ich heimlich abends geguckt habe, als meine Eltern mal nicht da waren. Da war ich 11 oder so. Das sind bei mir auch noch ganz klare Bilder, deswegen verstehe ich diese Werke auch so gut.
Wenn man sich die älteren Arbeiten der beiden ansieht, kann man tatsächlich von einer künstlerischen Reise sprechen, die schon einen weiten Weg gegangen ist. Ich kann nicht sagen, ob sie am Ziel sind, das können sie vermutlich selber auch nicht. Denn ein Künstler der am Ziel wäre, was sollte der noch machen? Eben. Nix. Hoffen wir also, das die Beiden noch eine Zeit lang suchen müssen.
Marteria ist der Rapper mit den neuen Nikes. Er ist der Rapper, der sich mit Harris das Patent auf sonor schleichenden Flow teilt. Er ist der Rapper, der schon angehender Fußballstar, frustriertes Male Model und ausgebildeter Schauspieler war, bevor er Musik zu seiner Hauptbeschäftigung gemacht hat. Er ist der Rapper, der von den Szenegrößen hofiert und vom Untergrund akzeptiert wird. Er ist der Rapper, in dem noch der Rapper mit der Heliumstimme aka Marsimoto steckt. Er ist der Rapper, der zusammen mit dem Produzentengespann The Krauts ein neues Album namens „Zum Glück in die Zukunft“ aufgenommen hat. Ein Album, das im Idealfall helfen könnte, diese Intro zu beenden mit: Marteria ist der Rapper der Stunde.
Was leistet dein neues Album, was viele andere Rap-Alben in den letzten Jahren nicht geleistet haben?
Marteria: Vor allem einen gewissen Produktionsstandard. Es ist seltener geworden, dass man im HipHop aufwendige Produktionen auf den Markt bringt, dass man ein gewisses Budget investiert. Solche Sachen wie live-Stringarrangements, live Drums, dass es geil gemischt wird. Dass du einfach in einen geilen Sound investierst. Wenn du dir ne Platte runter lädst und auf dem iPod hörst, ist es vielleicht egal, ob du echte oder Synthiestrings benutzt, aber ich finde es wichtig, da auf die Wertigkeit zu achten, um einfach auch die Haltbarkeit der Platte zu pushen. Dann gehört dazu, dass man viel über die Platte nachdenkt, dass man viel daran arbeitet, sich über die Texte Gedanken macht. Viele Platten in den letzten Jahren sind nach demselben Schema entstanden. Hier ein Song über Party, da ein Song über Frauen und so weiter. Aber darum geht es ja nicht in meinem Leben. Das ist vielleicht so, wenn du 19 bist, aber irgendwann solltest du dich ja mit den Sachen befassen, die dir wirklich wichtig sind und die man auch transportieren möchte. Eine Message rüberzubringen ist ja total HipHop eigentlich. Aber das wurde alles abgetötet durch das Fehlen von Kreativität. Die versuche ich einfach wieder zurückzubringen.
Es wird sicher Leute geben, die bestimmte Erwartungen an diese Platten knüpfen. Was erwartest oder erhoffst du dir selbst?
Das allerwichtigste ist, dass die Platte gehört wird. Ist egal, ob das jetzt alles im HipHop-Bereich passiert, Sparten sind mir da nicht so wichtig. Es wäre schön, wenn die Leute die Platte hören und verstehen, was für ein Soundspektrum wir damit erschaffen haben. Allerdings wäre es natürlich auch cool, wenn die Leute, die schon eher eine Urban-Affinität haben, sagen, ach es gibt ja doch noch was Geiles. Viele haben das ja einfach hinter sich gelassen, weil es irgendwann einfach viel zu dumm wurde. Wenn man selber nicht dumm werden will, versucht man sich eben anders zu orientieren. Ich denke, wenn diese Platte gehört wird, dann finden sie die Leute auch gut.
Reicht es dir, dass die Leute sie hören oder willst du, dass die Leute sie kaufen?
Klar will ich das. Wie gesagt, da steckt schon einiges an Kohle drin und es wäre natürlich für uns sehr wichtig, dass sich die Platte gut verkauft. Es ist ja nicht einfach nur ein Undergroundalbum, da stecken einfach zu viel Geld und zu viel Produktionswahnsinn drin.
Du hast mit Marsimoto ein grenzüberschreitendes und mit Marteria ein eher massentaugliches Alter Ego. Warum geht nicht beides in einem?
Im Endeffekt ist ja beides eine Figur, nämlich ich. Ich kann mit Marsimoto Sachen sagen, die ich als Marteria nicht sagen würde. Ich würde als Marteria keinen Song aus der Sicht eines ausgesetzten Hundes schreiben. Das ist alles etwas abgespacedter, verrückter. Es macht einfach Spaß, damit zu spielen. Man kann in solchen Figuren mehr aufleben, sich freier fühlen. Marteria ist da straighter, da geht es mehr um mich und meine Erfahrungen, da passt so was einfach nicht rein. Davon abgesehen vermischt sich ja beides. Auf jeder Marsimoto Platte gibt es Marteria-Anteile und umgekehrt.
Nach dem Song „Todesliste“, in dem du etliche Szenegrößen aus der Sicht eines anonymen Internetusers disst, hast du einen Youtube Clip ins Netz gestellt, der den Song erklärt. Wie wichtig ist es dir generell, verstanden zu werden?
Es ist schon wichtig. Es gibt halt immer irgendwelche Leute, die irgendetwas nicht verstehen und man macht dann leicht den Fehler, auszublenden, dass ganz viele andere Leute es ja doch verstanden haben. Es ist ja nicht so, dass nur, weil es 10 % der Leute nicht verstehen, die ganze Szene blöd ist.
Aber warum sind einem die zehn Prozent so wichtig, warum macht man nicht einfach weiter, anstatt sich ewig zu erklären?
Man ist mit seinen Songs ja verbunden, man will seine Arbeit ja verteidigen und beschützen. Wenn man älter wird, dann lässt das sicher auch nach. Das hat ja auch etwas mit Battlekultur zu tun. Wenn etwas angegriffen wird, dann will man es verteidigen.
Rap ist das Genre, in dem du mit der meisten Kritik rechnen musst, sobald du dich exponierst. Wie gehst du, nicht als Künstler, sondern als Mensch mit Kritik um?
Zunächst mal bin ich selber mein größter Kritiker. Wenn ich mir ältere Sachen anhöre, dann fallen mir tausend Dinge auf, die ich anders hätte machen können. Ich habe den Vorteil, dass mir sehr viele gute und erfahrene Künstler Ratschläge geben. Ich bin viel mit Jan Delay getourt und wenn dann er oder Tropf mir irgendwelche Tipps geben oder wenn Peter Fox sagt, so und so musst du das machen, dann klingt es geiler, dann höre ich da auch drauf. Sie schöpfen aus einem ganz anderen Erfahrungsschatz und ich muss einfach noch dazu lernen. Meine Mutter ist Lehrerin, die geht mit fast sechzig immer noch zur Weiterbildung, weil sie sagt: man lernt nie aus. Wenn man so jung ist wie ich, wär man schön blöd, wenn man mit Kritik nicht umgehen könnte oder sie sich nicht zu Herzen nimmt.
In dem Fall geht es um wertvolle, konstruktive Kritik, was ist mit impulsivem Gehate von Leuten, die dich nicht leiden können? Perlt das an dir ab?
Letztendlich ist es nicht wichtig. Bei Marsimoto gab es oft Leute, die es gehatet haben und ich mich gefragt habe: wie könnt ihr so was Cooles nicht verstehen? Wenn man sich dann die Albumverkäufe genauer anschaut, dann sieht man, dass es viele Leute gekauft haben, die mit HipHop gar nicht so viel am Hut haben. Und dann denkt man sich, Scheiß auf die paar HipHop-Nerds, die einfach zu engstirnig sind, wenn es dafür andere Leute gibt, die es feiern können. Davon abgesehen ist es ja für Kids so um die 13, 14 sicher auch ganz cool, sich im Internet in irgendwelchen Foren auszutoben. Das ist ja auch beinahe schon so eine Art Sport geworden. So lange es die Leute verstehen, auf die es wirklich ankommt, ist alles in Ordnung.
Wäre das Modell Dendemann etwas für dich? Sich seiner kreativen Wurzeln sehr bewusst sein, aber sich nach und nach eine ganz eigene Fangemeinde erspielen?
Das ist nicht mein Ziel. Ich finde seinen Weg interessant und ich finde auch sein neues Album total geil, aber ich möchte mich nicht so abkapseln wie er das macht. Er macht das ja sehr offensiv, die Platte wurde von Moses Schneider produziert und das hört man eben auch. Ich will ja, dass die Leute wieder HipHop hören, ich will HipHop wieder cool machen. Ich will, dass die Leute wieder sagen: ich höre HipHop. Ich finde einfach, es ist Zeit, dass HipHop wieder geil wird. Es ist eine geile Kultur, die so viel beinhaltet, man soll sich in dem Ding wohl fühlen. Es ist momentan so ein vertrotteltes Kinderding. Und das muss doch nicht sein. Die Leute sollen wieder auf die Konzerte gehen, alle möglichen Leute sollen das für sich entdecken. Ich will die Kultur nicht ablehnen, im Gegenteil.
Dafür klingt das Album aber überhaupt nicht puristisch. Es bewegt sich in seinen Beats ja schon sehr vom HipHop weg.
Klar, es spiegelt ja auch viele meiner Einflüsse wieder. Ich bin ja gar nicht so festgefahren. Ich bin ja auch mit Pearl Jam aufgewachsen oder mit Massive Attack. Es war immer genau so viel Fatboy Slim in meiner Musik wie Dizzee Rascal oder wie Mos Def. Ich verstehe es nicht so, dass du nur weil du rapst automatisch musikalisch nur in einer Sparte stattfinden kannst. Ich habe ja schon mit Robot Koch, RQM und solchen Leuten zusammen gearbeitet, mit Drum’n’Bass-Produzenten usw. Die früheren Platten waren auch alle schon sehr offen, insofern setzt diese neue die Richtung eigentlich nur fort.
Was würdest du sagen ist deine beste Punchline auf dem Album?
Das ist schwer, da gibt’s so viele gute (lacht). Ich glaube, „verstrahlt“ ist eine sehr prägnante Nummer im Gesamten, die ein bestimmtes Lebensgefühl vermittelt. Es gibt natürlich auch so Lines wie „Bowlen in Columbine, Kegeln in Erfurt“, aber „verstrahlt“ mag ich schon sehr.
Deine Lieblingspunchline aller Zeiten?
Dendemann hat mal neun Silben auf neun Silben gereimt. Das war auf der „Gefährliches Halbwissen“, da hat er gesagt: „Ein Grund, warum an der Waterkant die Beats fetter waren, euer Sound hängt am Vaterland wie Kriegsveteranen!“ Das fand ich damals total geil.
Was ist dein Lieblings-Rap-Stereotyp?
Das ist ein Mix aus Jigga, Kid Cudi, Kanye und in der Seele Beastie Boys. Was ich wichtig finde, ist am Puls der Zeit zu sein. Beispielsweise ein Typ wie Jay-Z, der ja auch nicht mehr der jüngste ist, und trotzdem immer state-of-the-art-Sachen abliefert. Ich bin Fan von Leuten, die sich weiter entwickeln. Ich steh nicht so drauf, wenn man alles klingen lassen muss, als wäre es vor zwanzig Jahren aufgenommen worden.
In “Endboss” sagst du, du hättest früher gehasst, was deine Schwester so gemacht hat? Was hat deine Schwester so gemacht?
Haha, ich hab da auch mit ihr schon drüber gesprochen. Wenn du ein kleiner Junge bist und Geschwister hast, bist du natürlich auf der Seite deines Bruders. Da spielst du lieber Fußball anstatt Depeche Mode zu hören. Irgendwann stellst du natürlich fest, Depeche Mode ist ja total geil, aber das realisierst du ja mit sieben, acht Jahren nicht. Da ist natürlich die Plattenkiste von deinem Bruder mit irgendwelchen Underground-HipHop-Platten interessanter. Wenn deine Schwester Leichtathletik macht und dein Bruder Fußball, dann ist halt einfach klar, wie du dich orientierst, das ist ganz normal, glaube ich.
Gibt es irgendein Vorhaben, das du gerne umsetzen würdest?
Ich will auf jeden Fall einen richtigen Film machen. Ich habe ja Schauspiel studiert. Ein guter Film wäre richtig geil. Ich finde, die deutsche Filmindustrie ist unglaublich langweilig. Man bekommt Drehbücher angeboten, die ich für keinen Cent der Welt machen würde. Aber eine Rolle, die wirklich gut zu mir passt, das wär schon geil.
Was würdest du an der deutschen Filmindustrie ändern wollen?
Die Leute in der Szene haben einfach falsche Werte. Die probieren so fünf, sechs Jahre auf Independentebene rum und versuchen dann auf Majorebene Geld zu verdienen, mit Sachen, die einfach nicht gut sind. Die merken nicht, dass sie ihre Identität damit kaputt machen. Bei den deutschsprachigen Produktionen ist so unglaublich viel Scheiß dabei und dadurch hinkt man anderen Ländern, wie Dänemark oder Schweden zum Beispiel, total hinterher. Die Filme dort haben irgendwie ihre eigene Sprache, haben sich ihr eigenes Publikum erspielt. Bei uns laufen die Geschäfte irgendwie anders, es gibt da Kooperationen und alles Mögliche, aber meistens versagen die Resultate. Man müsste da mehr Style reinbringen. Ist ja genau so wie mit Musik. Man muss gute Ideen haben und dann schauen, wie man die interessant umsetzen kann.
In welchem Bereich, Fußball, Modeln, Schauspieler, Rapper warst oder bist du am besten?
Modeln ganz schlecht. Schauspieler geht so. Im Fußball und mit Musik bin ich gut. Ich denke, das was ich jetzt mache, kann ich schon am besten. Fußball ist ja auch schon zehn Jahre her. Da war ich auch recht gut, das hätte schon funktionieren können, aber man weiß ja nie, was dazwischen kommt. Das ist ja auch von vielen Faktoren abhängig, Verletzungen, man muss damit klar kommen, nicht jedes Wochenende in die Disco gehen zu können, wie funktioniert das mit den Mädels und so. Ich glaube, da habe ich mit dem Texteschreiben schon die richtige Wahl getroffen.
A propos Mädels. Fußballer, Model, Rapper, Schauspieler. Das sind alles Mädchenmagneten. Wo waren die Mädchen am besten?
Natürlich beim Modeln. Dabei stehe ich gar nicht so sehr auf diesen Modeltyp. Aber die Frauendichte war da einfach am höchsten. So ne Gucci-Aftershowparty in Mailand ist, gerade wenn du erst 18 bist, schon sehr beeindruckend. Wenn du mit Yachten herumgefahren wirst, wenn du in Fashionweekzeiten jeden Abend auf einer anderen dieser Parties bist, dann sind immer all diese Models da. Und dann das komplette Partyprogramm, du kannst dann auf Zetteln ankreuzen, welche Drogen du konsumieren möchtest. Ich kam gerade ausm Fußball, war total anti-Drogen und dachte mir, Koksen, was für ein Scheiß und hab halt Weed geraucht. Aber du hattest halt einen Frauenanteil von siebzig, achtzig Prozent und alle Models dieser Welt, alle tanzen, alle im Pool und dann gibt es eine gewisse Häufigkeit von sexuellen Kontakten, weil alle ja auch diesen Lifestyle leben, sich nicht binden wollen und so. Alle sind total hemmungslos. Es gibt natürlich auch so vierzehnjährige, die sitzen dann mit ihrer Mutter da, die auf sie aufpasst.
Wie sah der Moment aus, in dem du realisiert hast, dass es nicht deine Welt ist?
Der kam schon recht früh. Ich habe einfach angefangen, hatte überhaupt keine Erfahrungswerte. Es fühlte sich einfach blöd an, für gutes Aussehen und bescheuert gucken bezahlt zu werden. Es war mir nicht klar, wie das das Lebensziel von jemandem sein kann. Wenn du jemand bist, der was machen will in seinem Leben, kommst du dir echt doof vor. Du überlegst dir, dass du viel Geld verdienen kannst, wenn du es durchziehst, dass du die ganze Welt siehst, du machst dir dann so eine Pro und Contra Liste. Viele Leute können die Contra-Seite vielleicht ausschalten, aber ich konnte das nicht. Ich hab gleich nach zwei, drei Wochen gemerkt, ok, das ist nicht mein Leben. Ich hab dann mitgenommen, was man eben so machen kann, einmal diese Weltreise mitgemacht, Pret a porter-Daten, Fashionweek und so. Und dann habe ich aufgehört. Das ging mir öfter so in meinem Leben, dass ich etwas angefangen habe und dann recht schnell merkte, das ist es nicht. Musik ist die einzige Konstante, die immer dabei war, deswegen fühle ich mich gut mit dieser Entwicklung. Ich denke, wenn man jung ist, sollte man alles mitnehmen, man sollte aber nicht an irgendwas festhalten, wenn man damit unglücklich ist.
Du hast Simply Red mal ein Weinglas über dem Kopf entleert.
Ja.
Rotwein?
Ja. Wir wurden krass von den Securities rausgetreten. Ich hatte Nasenbeinbruch, Rippenbeinbruch, dann natürlich lebenslanges Hausverbot und all das. Meine Mutter war immer großer Fan von ihm, hatte die ganzen Platten und war immer total berührt. Und dann sitzt er da mit zwei 17jährigen Models auf der Couch, total zugeballert und ich konnte es einfach nicht fassen. Ich hatte einfach zu viele Werte, war auch irgendwie anti. Ich war in so einer Clique, zwei Kanadier, ein Engländer und ich und wir fanden das einfach alles Scheiße. Wir waren dann in unserer Freizeit in Mailand eher Skateboardfahren und waren einfach nicht solche Posertrottel. In dem Moment musste das einfach passieren. Hab ihm den Drink über den Kopf gekippt und wurden dann von den Securities zusammengefaltet. Aber wir mussten schon auch sehr lachen.
Welcher Person des deutschen Showgeschäfts würdest du gern mal einen Drink über den Kopf schütten?
Ich bin extremer Mario Barth-Feind. Ich finde alles, was er macht, sehr schlimm. Er ist im Prinzip der Teufel. Die Teufelin ist Heidi Klum. Das ist das Paar der Hölle. Wahrscheinlich sitzen die beiden dort auf dem Thron und machen Gesichtskontrolle, wer rein darf. (lacht)
Marterias Album “Zum Glück in die Zukunft” erscheint bei Four Music.
Shigeru Miyamoto ist der Mann, dem die meisten von uns einen unglaublich grossen Zeitverlust zu verdanken haben. Der Mann hat nämlich Mario erfunden. Unser aller Lieblingsklempner. Super Mario. Und sein ganzes Universum dazu. Was haben wir schon Stunden damit verbracht, die Rieseneidechse Bowser zu bekämpfen und Prinzessin POeach endlich wieder in unsere Arme schliessen zu können. Oder unseren bösen Zwilling Wario zu besiegen. Zahllose Abenteuer in den unterschiedlichsten Formen, vom Sidescroller, über Autorennen zu RPGs und 3D-Spielen war alles dabei. Aber wie genau haben die damals die Spiele eigentlich gemacht?
Da hat jemand zum Glück ganz genau aufgepasst: In einem alten japanischen Jugendbuch stand eine bebilderte Geschichte zur Entwicklung von Super Mario Bros. 3 und die hat nun jemand eingescannt, kommentiert und ins Netz gestellt. Und die gibt super Einblicke darin, wie damals Videospiele eigentlich zusammengeschraubt wurden. Das war tatsächlich noch eine relativ analoge Angelegenheit, bei der man neben Programmierfähigkeiten eben auch löten können musste. Ein Bisschen zumindest.
Grossartiger Fund von Mister Honk an dem ich so lange kleben geblieben bin, das ich ihn euch unbedingt hier zeigen musste. Allein die Vergrösserungen der einzelnen Bilder und dessen, was man da sieht…I heart Nerds!
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Luna
Neulant van Exel – Saving the Einrichtungs-Disabled
Moin moin, obercoole Sache die Badewanne. Insbesondere die Idee mit der LKW-Plane...
Joseph
Kurzfilm am Montag: Something to believe
gefällt mir SUUUUPER….
MC Winkel
Kurzfilm am Montag: Something to believe
Und BTA ist dazu auch noch ein sehr talentierter Holmes, den man wirklich mehr supporten...