Thorsten Keller ist 30 Jahre alt, Mediengestalter und lebt seit 9 Jahren in Hamburg. Vor kurzem hat er der Stadt mit lastagenda.de ein kleines Geschenk gemacht, das er sich selbst schon eine Weile gewünscht hat.

Was ist lastagenda.de?
Vielleicht ist LastAgenda ein Veranstaltungskalender extended. Oder ein Veranstaltungskalender, wie er in der heutigen Zeit halt sein muss, damit er für die mediale Gesellschaft einen wirklichen Mehrwert hat. Heutzutage ist ja fast jeder über Facebook und/oder Twitter vernetzt und immer mehr Leute sind im Besitz von Smartphones mit ihren elektronischen Kalendern. Und da setzt LastAgenda an.
Hu?
Naja, im ersten Schritt bekommt man eine Übersicht über alle Veranstaltungen, die zur Zeit stattfinden. Durch die einheitliche Übersicht wird dabei keine Veranstaltung hervorgehoben, ob es nun eine starbesetzte Ausstellung in der Kunsthalle oder eine Diplomausstellung im Gängeviertel ist. Wichtig ist, dass man seinen Freunden sofort von diesem Event erzählen kann. Ob bei Twitter oder Facebook. Man kann sich ein iCal-Abo für jeden Bereich abonnieren, damit alles automatisch im eigenen Kalender landet.
Oh praktisch. Aber warum umfasst LastAgenda nur oder gerade die Bereiche Architektur, Design und Fotografie?
Ich glaube, diese drei Bereiche überschneiden, inspirieren und beeinflussen sich gegenseitig. Gerade der Bereich Design umfasst so viel (z.B. Editorial Design, Produkt Design, aber auch Malerei, etc.), dass ich irgendwie eine Begrenzung in der Themenvielfalt setzen wollte und musste, damit man nicht komplett den Überblick verliert. Naja, und natürlich interessiere ich mich eben selbst besonders für Design. Ein Bereich, der mich mindestens genauso stark interessiert ist Musik. Die habe ich aber bewusst raus gelassen. Zum Einen hab ich das Gefühl, dass es da schon sehr gute Angebote gibt – und irgendwo hört’s ja auch mal auf.
Wie lange hast du gebraucht, um LastAgenda umzusetzen?
Das ging alles ziemlich schnell. Ende Oktober letzten Jahres habe ich bei einem Essen mit einem Freund das erste Mal die Idee erwähnt und den Entschluss gefasst, das ganze tatsächlich in die Tat umzusetzen. Wenn ich erst einmal so einen Entschluss gefasst habe, dann fehlt mir gänzlich die Geduld. Manch einer hätte wahrscheinlich ewig viel Zeit in die Vorbereitungen und in Marktforschung, etc. gesteckt. Aber das ist nicht mein Ding. Bei mir muss dann alles schnell gehen. Ich brauche dann schnell sichtbare Ergebnisse. Und dann war plötzlich März und Launchtermin und nun entwickelt sich halt alles stetig weiter.
Hast du ein Team, das dir hilft?
Nö, aber sehr viele, sehr nette Freunde, die ich ständig nerven und mit Fragen durchlöchern kann. Das hilft mir ungemein. Ob Texte schreiben, nachts Sticker kleben oder dass sie mir Mut machen. LastAgenda ist also eine One-Man-Show mit großer und großartiger Unterstützung.
Warum machst du das alles neben deinem Tagesgeschäft?
Hm… gute Frage. Zuerst einmal, weil ich sehr gerne auf Ausstellungen gehe, aber gerne mal daran verzweifelt bin, dass es keine Internetseite gab, dir mir den kompletten Überblick ermöglicht hat. So war ich immer auf Tipps von Freunden angewiesen oder ich hatte halt ein paar Galerien und Museen, wo ich hin und wieder geschaut habe, was dort gerade lief. Aber ich wollte das kompakt für Hamburg. Alles auf einen Blick. Und dann hab ich’s eben selbst gemacht.
Irgendwelche Ankündigungswunschvorstellungen?
Jeden und alles, was man in Hamburg zu Architektur, Design und Fotografie sehen, hören oder anfassen kann; von Jim Rakete bis Hans Wurst. LastAgenda soll eben nicht werten. Für mich bzw. LastAgenda ist jede Veranstaltung gleich wichtig. Was dem jeweiligen Nutzer von LastAgenda besonders interessiert oder frohlocken lässt, überlasse ich ihm. Mein Wunsch ist vielmehr, alles erfassen und abbilden zu können.
Jetzt mal der große Kulturvergleich: Berlin – Hamburg. Dein Fazit?
Leider waren meine bisherigen Berlin-Besuche immer recht kurz angesetzt, sodass ich eher im Stress war, Freunde und Bekannte zu treffen, als dass großartig Zeit gewesen wäre, die ein oder andere Ausstellung ansehen zu können. Klar ist Berlin von Natur aus besser bestückt, aber Hamburg muss sich keinesfalls verstecken.
Warum liebst du Hamburg?
Weil mein Sohn gebürtiger Hamburger ist. Weil Hamburg einen Hafen hat. Weil ich mich vom ersten Moment an in Hamburg zuhause gefühlt habe. Weil ich es liebe, im Sommer mit einem Bier in der Hand von der Schanze bis runter an den Hafen zu laufen. Hamburg halt.
Danke, Thorsten!
Letzte Kommentare:
Luna
Neulant van Exel – Saving the Einrichtungs-Disabled
Moin moin, obercoole Sache die Badewanne. Insbesondere die Idee mit der LKW-Plane...
Joseph
Kurzfilm am Montag: Something to believe
gefällt mir SUUUUPER….
MC Winkel
Kurzfilm am Montag: Something to believe
Und BTA ist dazu auch noch ein sehr talentierter Holmes, den man wirklich mehr supporten...