INSA ist ne coole Sau. Der hat seine eigene Bildsprache gefunden, ein Piece von dem erkennt man unter Tausenden anderer Grafittis sofort. Das ist ja eigentlich das derbste, was dir als Writer passieren kann, das ein interessierter Laie (so wie ich) deine Sachen sofort erkennt. An der Stelle also schonmal ein riesiges, fettes CHECK.
- Dann hat der Typ auch noch so coole Aufträge, wie eine eigene, kleine aber supernice Kollektion für Nike zu entwerfen, die dann mit fettem Launch gefeiert wird. Also auch hier: CHECK.
- Und dann hat er auch noch ein eigenes Heels-Label, dessen Aufgabe es ist sexy Stöckelschuhe für sexy Ladies zu designen und zu vertreiben (und einen sexy Katalog dazu zu machen). Da bleibt mir natürlich auch nur ein: CHECK.
- Und dann macht der Grafittis, die er fotografiert, ändert, nochmal fotografiert und dann als Gif ins Netz stellt. Nicht das ich nicht schon geniale Grafitti-Kurzfilme gesehen hätte, auf denen die ganze Wand lang animiert wird, aber das hier funktioniert eben als kleines, animiertes Bildchen. Das find ich schon sehr groß. Und hypnotisiert wird man davon scheinbar auch. Deswegen: Eigene Grafitti-Bilder im Netz auch für Nicht-Kenner interessant machen? CHECK.
Ich mag nicht der modischste Mensch der Welt sein, aber ich liebe Mode und den Zirkus, weil mich das an die guten alten Tage erinnert, als man in der Musikindustrie noch Spass hatte…:)
Hier meine Eindrücke der letzten Fashion Week. Inklusive grosser Trauer, Drama, Verwirrung, Freude, vielen hübschen Mädchen und natürlich Mode, Mode, Modepopode.
Na gut, hier im Text kann ich ihn ja trotzdem noch bringen. Ich hatte nämlich zuerst vor den Artikel mit “Sei Schick mit Shikisai Shirts” zu überschreiben, habe mich aber dann doch dagegen entschieden.
Das ändert aber nichts an der Tatsache, das es stimmen täte, denn schon lange habe ich nicht mehr so schicke Motivshirts gesehen. Dieses japanische Design, das macht ja immer irgendwas ganz richtig. Immer so reduziert und so. Eben ein krasser Kontrast zu den popkulturellen Dingen aus Japan, die sonst zu uns schwappen, seien das CosPlay, Hello Kitty oder bizarre, überbunte Fernsehshows. Wenn es aber um, sagen wir mal, “echtes” Design geht, da herrscht in Japan ein gewisser Minimalismus, der nicht nur Ruhe, sondern auch extreme Lässigkeit ausstrahlt. Und so ist das auch mit der Shirt-Kollektion vom Design-Duo Noto-Fusai.
Das Ehepaar hat eine Kollektion an Shirts (für die ganze Familie) entworfen, die einen wunderbar entspannten Süagat schafft, den zu schaffen eigentlich nicht mehr für möglich gehalten wurde: Nämlich simples Design in Verbindung mit Gadgets und das ganze auf Shirts. Jeder Mensch würde wegrennen, wenn er von Shirts hört, die irgendein Gadget haben sollen, aber hier ist das super gelöst! Aus einem Wasserhahn-Print kommen zwei unscheinbare Satinfäden als Wasser. Ein Regenschirm-Druck hat einen echten Druckknopf, mit kleiner Lasche, um den Schirm zu schliessen. Ein einfacher Print eines kleineren Shirts hat an diesem ein Labeltag drangenäht. Das sind kleine Überraschungen, die die Shirts zu etwas besonderem machen, ohne sie auf den blossen Effekt zu degradieren.
Wohl überlegtes Design, wunderbar ausgeführt und alles kommt so leicht, locker und fluffig daher ohne kitschig zu sein? Wo muss ich wieviel hinschicken um bitte einmal die gesamte Kollektion in meinen Schrank zu bekommen? Bitte unbedingt gucken gehen und auch noch die anderen Supershirts sehen. Es lohnt sich!
Ich habe ein Faible für Ballett. Ich gebs zu. Das hat auch etwas Banausenhaftiges, denn wenn ich mir das sozusagen “live” angucken muss, dann fang ich bestimmt nach 45 Minuten zum ersten Mal an zu gähnen, weil ich das dann doch etwas langweilig finde. Auch musikalisch. Aber dennoch sehe ich darin natürlich auch diese Verbeugung vor der Frau, die Zelebrierung des weiblichen Körpers, die nur durch absolute Disziplin und knochenharte Arbeit überhaupt in dieser Perfektion erreicht werden kann. Und, das sollte man vielleicht noch dazu sagen: Ich habe eine Schwäche für Balletttänzerinnen.
Nun habe ich diese kleine Doku im Netz gefunden über das wohl wichtigste Werkzeug einer jeden Tänzeron im Tutu: Ihre Spitzenschuhe. Und auch wenn man vielleicht nicht unbedingt der Megaballettfan ist und einen das eher so gar nicht interessiert: Die Doku ist für jeden interessant. Weil sie nicht nur sehr schön gemacht ist, sondern auch Nichttänzern einen Einblick in einen sehr faszinierenden Teilaspekt bietet. Oder, um es anders zu sagen: Jetzt 5:45 Minuten einfach gucken.
Im Kokoro, dem Showroom für handgemachtes in der Solmstrasse in Berlin, findet, passend zur DMY, eine Ausstellung statt, auf der 20 junge Designer ihre neuesten Kreationen präsentieren. Da hat man die Möglichkeit, sich inspirieren zu lassen, neue spannende Arbeiten zu entdecken und Ansätze zu sehen, die man so vielleicht noch gar nicht gedacht hat. Von Fischledertaschen von roð über die (schon in der Überschrift erwähnten) Ringe, die aussehen als wenn sie in Feinripp gearbeitet wären von Verena Schreppel, einer Fotoserie über rockende Musikerfüsse von Gerrit Starczewski, und jeder Menge aufregender und frischer Moder wie zum Beispiel von Ludvik, workaholic oder Neyen und noch einer Menge mehr, wird einem während der Designkonferenz im Kokoro geboten.
Es lohnt sich also auf jeden Fall mal vorbei zu gucken, vielleicht schon am Eröffnungsabend, wenn die Lisbon Phonolounge ihr old school funky-souliges DJ Set spielt und man sich in Ruhe, bei guter Stimmung, die ganzen Arbeiten ansehen kann. Wohl unter Anwesenheit der meisten Designer. Am 9.6. von 19-22 Uhr in der Solmsstrasse 20. Viel Spass!
Julia und Ben machen Mode unter dem Namen Juliaandben. 2006 haben sie sich auf der Berliner Designschule Esmod getroffen und gehen seitdem gemeinsame Wege. Ihre Kollektionen sind in erster Linie immer ihnen selbst und ihrem Geschmack verpflichtet. Da ist wenig Raum für Kompromisse. Aber für neue Ideen! Und eine davon kann man in Berlin am Donnerstag mit den Designern zusammen erleben. Wenn sie nämlich ihre T-Shirt-Reihe “Contemporary Totem” starten. Und die soll, laut Info, wie folgt aussehen:
The totem image will appear on a limited edition range of t-shirts. The t-shirt is the wardrobe staple of both men and women and this promises to be a unique version of an everyday item. A hand-designed portrayal of a fashion icon will appear on top of the totem image to create an interesting juxtaposition. The first image in the series, drawn by Ben himself, is of the inimitable and instantly recognisable fashion guru Diane Pernet! As the project continues, reputable artists and fashion designers will be invited to produce their own portrayals of well-known icons to be projected on the totem image, so their will be a range on “Totem” images to chose from. The images will change every 3-4 months, and each range will be limited to 150 pieces.
Ehrlich gesagt kann ich mir noch nicht so superviel darunter vorstellen, aber deswegen kann man ja auch am Donnerstag in den Laden gehen und sich selbst ein Bild machen. Und Julia und Ben fragen, was es genau damit auf sich hat. Und damit das keine allzu dröge Veranstaltung wird (Mehrere Menschen stehen in einem Raum und gucken sich ein T-Shirt an?), gibt es Musik dazu von dem DJ Hugo Capablanca, der schin so was wie eine Lokalgrösse ist, weil er immer auf den superbeliebten “Broken Hearts Club”-Parties auflegt.
Also: Stimmung, stylische Klamotten, lecker Bierchen, schöne Menschen, Eintritt frei, ab 19 Uhr gehts los: Warum zögern? Auf in die Torstr.230 zu Juliaandben. Und sich nen schönen Donnerstag-Feierabend machen.
An diesem verlängerten Brückentag-Wochenende fällt der Freitag den meisten wohl kaum auf, aber here we go:
- Über diesen kleinen Spass habe ich mich die letzte Woche könglich amüsiert. Ich hab das Tab im Browser immer auf gelassen und mir das zwischendurch angeguckt, ein bisschen gekichert und wieder weiter gemacht. Die Idee alleine ist schon zu geil, aber die Umsetzung ist wirklich super geworden: Wenn Super Mario heute veröffentlicht worden wäre, mit den heutigen “Ansprüchen” an Spiele, dann hätte es ganz sicher so aussehen. Schnell gucken gehen.
- Fantastsiche Fotos von fantastischen Bands wie “Tenacious D” oder “N.E.R.D.” geht man jetzt bitte ganz schnell da angucken.
- Die Hamburger Disco/Soul-Sensation “Superpunk” hat ein neues Album rausgebracht. Hier die wunderbar charmant-spleenige Single, im klassischen Superpunk-Style: “Das Feuerwerk ist vorbei”.
- Viele Frauen fragen sich ja seit der Umstellung auf DVDs: Wie mache ich eigentlich aus meinen alten VHS-Videokassetten eine schicke Handtasche? Dank dem fantastischen Internet haben wir jetzt die Lösung, mit Anleitung zum Nachbauen. Ach so: Und so sieht das dann aus:
- Das hier hat mich total beeindruckt: YouTube gibt es ja noch gar nicht so lange, wie einem das immer vorkommt. Erst seit knapp 4 Jahren. Aber wie oft sich das Layout des Players in der Zeit geändert hat, das hat man gar nicht so deutlich mitbekommen, wie in dieser Übersicht:
- Und zum Abschluss noch ein kleines Video einer Serie, die leider nicht besonders lange lief. Ich meine: Hey, Ernest Borgnine! :)
Weekday ist das schwedische Label, das prägend dafür verantwortlich ist, das die Menschen (wieder) Skinny Jeans tragen (und bezahlen können, ohne sich bis an ihr Lebensende zu verschulden). Und die haben sich was schönes ausgedacht um in Kontakt “with the people” zu bleiben: Die “Cheap Monday Customized”-Tour. In mehreren Weekday-Läden in ganz Europa gab es am 22.4. eine schöne Party, auf der an die 300 Hosen, die alle von Hand modifiziert wurden und damit jede für sich unique machten, präsentiert wurden. Eben customized. Im Interview mit “Dazed” erzählt dann der Chef von Weekday, Örjan Andersson, dann auch was seine Idee hinter der Tour ist:
We love the whole idea of customizing your own jeans, and we wanted to do something with an added value for our fans. The price is the same as always, but every pair is customized by hand in our office. It’s a great way for us to be close to our fans, doing things on a root level. It also involves a great party for everyone!
Und diese Tour hat eben auch im Weekday-Store im wunderschönen Köln am Rhein halt gemacht. Und wie das aussah, das seht ihr hier:
Gestern feierte Yvan Rodic, besser bekannt als “Facehunter“, seine Bookrelease-Party im „Glad I Never…“-Store in Berlin. „Facehunter – die Straße als Catwalk“ lautet der Buchtitel, der in Deutschland im Prestel Verlag erscheint.
Gestern konnte man das Werk für 19,95€ statt für 29,95€ im Handel erstehen und vor allem, und das schien mir der größere Kaufanreiz zu sein, vom Meister himself signieren lassen. Leider konnte ich nicht lesen, wie persönlich seine Widmungen ausfielen, toll wären Sätze gewesen wie: “Für Jan, der uns gezeigt hat, dass in Socken gestopfte Anzughosen in Kombination mit Gucci-Loafers kein Ding der Unmöglichkeit sind” oder “Für Daniela, die ihren Bonnie-Tyler-Haarschnitt immer so geil im Betty-Page-Look stylt” oder so.
Na jedenfalls hatten sich die Berliner, soweit ich das beurteilen kann, schon Mühe gegeben, für die zweite Auflage von Facehunter entdeckt zu werden und posierten auch eifrig – sofern sie nicht selber gerade mit Fotografieren für ihren eigenen Style-Blog beschäftigt waren. Und da muss man Yvan Rodic und Scott Schumann ja durchaus noch mal ehrend hervorheben: denn SIE sind mit ihren Blogs Facehunter und The Sartorialist ja schließlich die Auslöser gewesen für all die Me-too-Blogs, die folgten (und noch folgen werden).
Um jetzt aber noch mal eben auf das Buch zurückzukommen: es ist dünner als die „Sartorialist“-Bibel, die Scott Schuman bereits 2009 veröffentlichte. Und man kann es leider genauso wenig offen aufgeschlagen irgendwo hinlegen – schade, bei zwei inhaltlich vergleichbaren Büchern zweimal den gleichen Fehler gemacht.
PS: Ach so, ich hatte für den Anlass übrigens abgeschnittene Jeans-Shorts, Stiefeletten, einen knallblauen Cardigan sowie eine dunkelblaue Wolljacke gewählt sowie eine Vintage-Chaneltasche. Maybe a bit boring, but so me! ;-)
Im November letzten Jahres war Markus Lupfer einer der Artists, die beim Beck’s Gold Urban Experiences Workspace in Berlin ihre urbane Seite ausleben konnten. Damals beeindruckte er uns mit grob gepixelten, überdimensionalen Prints großstädtischer Motive.
Was Markus normalerweise kreiert, hat im Vergleich dazu einen ganz entscheidenden Vorteil: man kann es ANZIEHEN! Und so präsentierte sich der Wahl-Londoner im Februar dann auch ganz standesgemäß im Rahmen der London Fashionweek mit seiner Herbst-Winter-Kollektion 2010/2011. Die begehbare Installation im Somerset House entführte den Besucher in eine surreal-sympathische Welt aus unzähligen silbernen Ballons, die an Fäden gen Decke strebten und einem riesigen, lachenden Mund. Wer Markus’ Kollektionen kennst, weiß, dass der große Pailettenmund auf feinsten Merinopullis zu seinen modern Classics zählt – oft kopiert, nie erreicht.
Mit seiner neuen Kollektion geht er einen entscheidenen Schritt weiter und zeigt neben seinen luxuriäsen 24/7-Basics fast schon couturig anmutende Capes sowie wollige Mäntel im Militarystil, dernen Schulterpartien dicht an dicht mit schwarzen Schmucksteinen besetzt sind. Schmale, nudefarbene Tüllkleder mit schwarzen Punkten sowie kuschelige Statement-Pullis runden die Kollektion ab.
Angesichts dessen, was da nächsten Winter auf uns zukommt, können mich sogar die anhaltenden Minusgrade nicht mehr deprimieren, denn merke: Je geringer die Außentemperatur, desto mehr Lagen Lupfer passen unter den Mantel!
Letzte Kommentare:
Luna
Neulant van Exel – Saving the Einrichtungs-Disabled
Moin moin, obercoole Sache die Badewanne. Insbesondere die Idee mit der LKW-Plane...
Joseph
Kurzfilm am Montag: Something to believe
gefällt mir SUUUUPER….
MC Winkel
Kurzfilm am Montag: Something to believe
Und BTA ist dazu auch noch ein sehr talentierter Holmes, den man wirklich mehr supporten...