Schnapszahl! Prost! Man muss die Feste feiern wie sie fallen…:) (Trotz, huuuuuhuuuu, Freitag, dem 13.!!!!)

- Da war also dieser Typ in Antwerpen. Und der hat sich ein Fahrrad gekauft. Und das wurde geklaut. Und dann hat er sich wieder eins gekauft. Und das wurde wieder geklaut. Und dann hat er sich noch eins gekauft. Und das wurde auch wieder geklaut. Und da kam er auf den Trichter, das irgendwas faul sein muss. Und dann hat er entdeckt, woran es liegt und beschlossen es via YouTube mit der ganzen Welt zu teilen. Und ich muss immernoch kichern.


[YouTubeDirektAbschrauben]

- Ein Text gegen Fereinhäuser. Gut begründet und von der tollen Sibylle Berg. Zwar schon was älter, aber dennoch super und mit meinem neuen, abslouten Lieblingszitat: “Irgendwie fand da zu viel Holz statt.

- Jemand fliegt von New York nach Berlin. Kommt täglich vermutlich ziemlich oft vor. Wenn dieser jemand aber zufällig absolut grossartig zeichnen kann, ihm zufällig auf dem Flug auch noch absolut langweilig ist und er seine Stifte und ein Skizzenbuch zur Hand hat und sich dann noch die Mühe macht, das nach dem Flug alles einzuscannen: Dann hat man dieses grossartige Ergebnis aus der Feder von Christoph Niemann: “What to do on a flight from New York to Berlin?

- Das hier wird das Cover des neuen Weezer-Albums

Für alle normalen Menschen wie mich, die nie “Lost” geguckt haben, mindestens verstörend. Mehr Infos bei Pitchfork.

- Das neue Fanta 4-Video mit Florian Lukas ist wirklich super. Echt! Gucken!


[YouTubeDirektDanke!]

Bis Montag! Ahoi!

 

Auffällig an Ganglians aus Sacramanto/Kalifornien sind besonders zwei Dinge. Ihr Sänger Ryan ist so lang und schlaksig, dass man daraus sogar den Bandnamen ableiten kann (Erklärung weiter unten). Und ihr Sound ist gleichzeitig wissend und naiv genug, um beides zu bearbeiten: Die Nachlassverwaltung der Beach Boys und die Weiterentwicklung des Zeitgeistes. Klar, Psychedelic und Fuzzgitarren sind gerade en vogue, wenn es darum geht, dem Digitalisierungswahn und der Haltbarkeitsverkürzung von Musik etwas entgegen zu setzen, ganze Alben aufzunehmen und diese sogar noch auf richtigen Schallplatten zu veröffentlichen. Ganglians gelingt es tatsächlich, in diesem Sound-Backlash, der sich seinerseits langsam zum gültigen Hipsterscore uniformiert, all ihren bisherigen Releases und vor allem ihrem Album „Monster Head Room“ den Stempel ‚Ausnahmeerscheinung’ aufzudrücken. So unmissverständlich, dass ihre Releases auch dann noch gültig sein werden, wenn in zwei, drei Monaten das nächste Soundupdate ausgerufen wird. Und auch in fünf Jahren noch, oder zehn, oder zwanzig. Ganglians sind ohne großen Anlauf fast schon beim Klassiker angekommen und sie wollen sogar noch besser werden. Diese Band also bitte im Auge behalten!

Wie habt ihr als Band zusammengefunden?

Ryan: Ich habe irgendwann angefangen, Musik aufzunehmen. Kurz nachdem ich mit dem Gitarrespielen begonnen hatte. Ich nahm auf Vierspur auf. Stellte das ins Internet. Bekam ein paar Shows angeboten. Adrian, Alex und Kyle haben damals zusammen gejamt. Ich kannte Adrian und ich fand, sie sind ziemlich gut. Ich war aus Montana und kannte nicht viel. War also leicht zu begeistern. Ich sollte also diese Show spielen, fragte Adrian und noch einen anderen Freund, ob sie mich unterstützen und dann kamen Alex und Kyle mit ins Spiel. Wir spielten ein paar absolut fürchterliche Shows zusammen, klangen ganz anders als heute. Wir haben dann viel geprobt und irgendwann begann es dann gut zu klingen.



Das neue Album klingt etwas introvertierter als die vorherigen kleineren Releases. Wohin bewegt ihr euch als nächstes?

Ryan: Auch wenn es scheinbar gerade jeder macht, wir werden mit den neuen Songs etwas düsterer. Und ich denke, wir werden versuchen, das nächste Album etwas epischer anzulegen. Ich denke, das aktuelle Album ist schon ziemlich gut, wenn man bedenkt, dass das für alle die erste Band ist und wir unsere Instrumente noch nicht so lange spielen. Wir müssen einfach daran arbeiten, als Band weiter zusammenzufinden, unsere Seelen zu synchronisieren.

Kyle: Die neuen Songs sind echt großartig, ich bin echt begeistert!

Wenn du sagst, ihr müsst noch zusammen wachsen: Auf einer Skala von 0 bis 100 Prozent – wo befindet ihr euch momentan?

Ryan: Na ich würde so sagen 80 Prozent.

Alex: Dein Ernst?

Ryan: Naja komm, es gibt einige Sachen, die wir noch lernen müssen.

Alex: Nee, ich meine, wir können noch viel weiter kommen als weitere zwanzig Prozent.

Ryan: Ach so, ja, wir glauben, the sky is the limit. Aber wahrscheinlich verbrennen wir, bis wir da hinkommen. Aber ich hoffe, wir schaffen es hoch in die Lüste und spielen Musik im Himmel.

(Gelächter)

Ryan: Mit John Lennon und dem Rest der Beatles.

Mathematisch betrachtet könnte das aktuelle Album also 20 Prozent besser sein?

Ryan: Ja, ich glaube schon. Unser Songwriting hat sich verbessert, wir gehen mit den Instrumenten besser um, haben bessere Ideen für die Instrumentierung.

Kyle: Auch wenn es cheesy klingt, ich glaube, das neue Album wird einfach viel erwachsener klingen. Der Stil von „Monster Head Room“ ist schon etwas amateurhaft. Wir haben oft nicht darauf geachtet, wie es klingt, weil so viel „Spaaaaaaß“ hatten. Und ich denke, das nächste wird … also ich will nicht ernsthafter sagen …

Alex: Aggressiver.

Ryan: Relevanter.



Es gibt momentan einige Bands, die sich an psychedelischer Musik aus den Sechzigern und Siebzigern orientieren, insbesondere in L.A. Seht ihr es eher als Vorteil oder als Nachteil, nicht auch in L.A. zu leben?

Ryan: Es ist schon ein Vorteil. Wir haben viel Luft zum Atmen, es sind nur 1,5 Stunden nach San Francisco. Wir haben zwei Shows in L.A. gespielt und eine davon war echt furchtbar. Ich finde auch, dass der Norden Kaliforniens psychedelischer ist als der Süden. Früher gab es da ja dieses Punkding und heute ist es mehr Surfmusik mit psychedelischen Elementen. Manchmal finde ich auch, es geht gar nicht so sehr um East Coast gegen West Coast, sondern um Nordkalifornien gegen Südkalifornien. Ich glaube, der Norden hat gerade viel zu bieten, ich mag aber auch viele Bands aus dem Süden.

Adrian: Dieses Nostalgieding kann auch zu einem Problem werden. Die beste Musik ist sowieso Zukunftsmusik. Wenn du nur darauf bedacht bist, die richtigen Vintage-Verstärker zu benutzen und alles so Sixties-mäßig klingen zu lassen. Du musst die Zukunft wollen.

Ihr wollt, dass die Zukunft jetzt passiert?

Adrian: Genau, aber man muss dabei noch ein wenig offen lassen, damit das, was danach passiert einen noch überraschen kann.

Das stellt das gesamte Zukunftskonzept auf den Kopf.

Adrian: Stimmt. Was sie einem in diesen Zeitreisefilmen erzählen stimmt ja auch nicht. Im ewigen Jetzt sind Vergangenheit und Zukunft nicht mehr bedeutend. Das ist das gute an Musik. Jeder vergleicht dich mit anderen Sachen aus der Vergangenheit, aber das ist überhaupt nicht erheblich, weil genau das gleiche auch in der Zukunft wieder passieren wird. Also wen kümmerts? Es wird auch in der Zukunft wieder ein Sixties Revival, Eighties Revival oder was auch immer geben. Es ist ja auch kein Revival, es ist ja nur so, dass Leute einen bestimmten Sound spielen.

Angeblich habt ihr euch den Namen gegeben, weil ihr auf dieses Gang-Ding abfahrt, weniger aus neurologischen Gründen, also wegen der Gangliens.

Alex: Ja, es geht darum, eine Gang aus Aliens zu sein. Guck dir doch mal Ryan an. Er ist riesig, hat lange dünne Extremitäten.

Wie sieht denn das Gang-Sign aus?

Ryan: Das können wir dir jetzt nicht zeigen, es ist echt lang. Es dauert ca. eine Stunde.



Sacramento war ja mal als die Hochburg des New Metal verschrien. Welches Image hat Sacramento heute?

Alex: Mann, wann war das noch mal?

Ryan: So um die Jahrtausendwende.

Adrian: Deftones und Papa Roach und all das. Das war groß als ich in der Highschool war.

Ryan: Momentan versucht jeder, die verrückteste Band zu sein, den absurdesten Noise zu machen. Aber diese Phase ist eigentlich auch schon wieder durch.

Adrian: Momentan gibt es eher so eine anything goes-Stimmung. Da gibt es diese eine Band, die überall auftritt, wo sie es nicht sollte. In Zügen zum Beispiel. Es gibt viel Folkzeug, so poppiges Pianozeug.

Alex: Es ist immer eine Mischung von vielem. Auch als dieses New Metal-Ding passierte. Das war zwar außerhalb von Sacramento ziemlich bekannt, es war aber nicht so, dass jeder bei uns das cool fand. Es gibt viele verschiedene Szenen, die nicht so viel miteinander zu tun haben.

Adrian: Es ist auch nicht sehr organisiert. Leute kommen und gehen. Wir sind gerade in Europa, was wirklich cool ist, aber das ist ja auch nicht die Normalität für Bands unserer Größe. Wir wollten das so und haben viel dafür gemacht, aber ich glaube, vielen anderen fehlt da der Enthusiasmus. Das ist das typische Sacramento-Ding: jeder ist sich unsicher, was er eigentlich will. Identitätskrise.

Ryan: Aber es ist trotzdem cool, es gibt viel Austausch. Jeder spielt in irgendeiner Band und in der Band eines anderen und so weiter. Sie spielen zwei, drei Shows und verschwinden wieder. Es gibt viel Potenzial, aber es wird nicht geformt.

Wie wichtig ist es euch, Teil der neuen Vinylkultur zu sein?

Ryan: Die Labels, auf denen wir veröffentlicht haben, also Captured Tracks oder Woodsist, gehören wohl zu den Vorreitern dieser Bewegung. Auch Mexican Summer bringt viele gute Sachen raus. Ich wusste immer, dass Woodsist coole Tapes rausbringen und es eben dieses Ding der Band Woods ist und dann hat Jeremy (der Labelbetreiber Anm. d. Red.) mich irgendwann völlig unerwartet kontaktiert und das war schon cool. Wir kannten uns ja nicht. Das war schon aufregend. Er hat einfach ein gutes Ohr für Musik. Bei Mike von Captured Tracks genau das gleiche. Mike bringt eine Menge Zeug raus. Sie sind beide coole Typen, die total in ihrer Sache aufgehen. Es ist echt toll, dass die Vinylkultur zurück ist. Es ist beinahe so etwas wie eine ganz neue Sache, weil viele Kids gar nicht mehr damit vertraut waren. Viele Leute wollen es einfach besitzen, auch wenn sie die Songs dann eher auf ihrem iPod hören.

Sammelt ihr selbst?

Ryan: Ich würde nicht sagen, dass wir Vinyl-verrückt sind. Aber wir tauschen Platten mit jeder Band, die wir treffen. Ich habe auch erst seit ein paar Jahren einen eigenen Plattenspieler. Ich lebte früher immer in Häusern, in denen es Plattenspieler gab. Also ist meine Sammlung noch relativ klein. Ich habe mir immer mal hier und da was besorgt. Es war nie so, dass ich bestimmten Platten nachgejagt habe und eine große Sache daraus machen wollte. Es ist so, dass wenn ich etwas mag, ich versuche es auf Vinyl zu bekommen.

Aber es ist für euch wichtig, die eigene Musik auf Vinyl zu veröffentlichen?

Ryan: Oh absolut. Ich kann mir nicht vorstellen, wie jemand damit glücklich sein kann, Musik nur auf CD oder als Download zu veröffentlichen.

Ganglians’ Album “Monster Head Room” ist bei Weird Forest/Souterrain Transmissions erschienen.

Fotos von Christoph Voy

 

Twentyone, twentyone, twentyone, twentyone, twentyone, twentyoooooooone (Musik: Stars and Stripes forever).

- Fangen wir den Tag doch mal so an, wie man das gerne macht: Mit Zombies. Ein Pizzaservice aus Neuseeland hatte da eine Idee für so ein virales Video im Netz, bei dem es um einen ihrer Pizzaboten geht, der versucht eine Pizza auszuliefern obwohl fast die ganze Stadt von einer Horde Zombies besetzt ist. Das Besondere: Man muss am Ende des Videos immer entscheiden, wie es weitergeht. Keine Sorge: Wirkliche Konsequenzen hat das nie, denn selbst wenn man sich falsch entscheidet, wird einem kurz danach die richtige Entscheidung ans Herz gelegt. Das ist sehr Zombienös, aber wie ich finde auch sehr lustig gemacht. Erinnert ein bisschen an die alten, neuseeländischen Peter Jackson Filme. Braindead, Bad Taste und so. Kann man sich auf jeden Fall mal angucken:


[YouTubeDirektHöllenpizza]

- Hier nun etwas ebenso lustiges, aber nicht anders sein könnendes Video: Ein koreanischer Sprachlehrer erklärt per Schulungsvideo englische Schimpfwörter, damit man nicht lächelt und “Thank you” sagt, wenn man von einem Amerikaner beleidigt wird. Dabei gibt es für uns alle noch viel zu lernen. Zum Beispiel das “Bitch” “Hündin” heisst…


[YouTubeDirektLehrstunde]

- Das hier fand ich ganz geil: Auf einem Diskussionsthread bei reddit hat jemand nach “Sexy Verwandten” gefragt. Und dann kam plötzlich dieser Kommentar dabei raus. Bei dem man sich, je länger er dauert, immer mehr fragt: “What the…?!?!?” bis er dann plötzlich zum Ende kommt, man noch kurz nachdenken muss und dann…das sollte man selber lesen um dieses Erlebnis zu haben und zwar hier.

- Und heute nicht viele Worte, sondern als Musikeinstieg ins Wochenende einfach drei Musikvideos, die es mir auf die ein oder andere Art und Weise angetan haben:

[VimeoDirektCeeLo]


[YouTubeDirektZwarSchonZweiJahreAltAberTotalSuper]


[YouTubeDirektBiografieRap]

- Zum Schluss vielleicht noch der Hinweis auf folgende lustig gemachte Seite: Zeig mir den Inhalt deiner Tasche und ich versuche dir zu sagen wer du bist. Viel Spass beim raten!

Schönes Wochenende, treibt es nicht zu doll, wir lesen uns am Montag. Ahoi!

 

Ein Kurzfilm, der so tut als wär er ein Musikvideo, das aber eigentlich ein Kurzfilm ist. Die Übergänge sind in dem Genre ja eher fliessend. Das Teil hier von dem Rapper Blitz the Ambassador, ist aber ein fatastisches Superspecial ohne irgendwelche dämlichen Bling-Bling-Booty-HipHop-Klischees und schon an der Tatsache, das ich eine unglaubliche Gänsehaut hatte, als es vorbei war, lässt es schon aus dem Kreis der Musikvideos heraustreten. Das hat nämlich noch keines bei mir geschafft. Dieser Kurzfilm geht einem wirklich unter die Haut. Watch it:


[YouTubeDirektBlitzBotschafter, via Nerdcore]

 

Die technische Weiterentwicklung hat auch das Kopieren von Tonträgern kontinuierlich vereinfacht. Heute muss man dafür nur noch einen Rechtsklick auf die MP3 Files machen und im Reiter “Duplizieren” auswählen. Dieser Vorgang nimmt in etwa 2 Sekunden unserer kostbaren Zeit in Anspruch. CDs benötigen hingegen einen Brenner, einen Rohling und circa 5 Minuten bis sich das Medium verdoppelt hat. Kassetten kann man auch problemlos, jedoch mit etwas mehr Zeitaufwandt überspielen. Mit einem Doppelkassettendeck dauert das Vervielfältigen eines 90er Tapes 90 Minuten, eines 60er Tapes 60 Minuten, usw.

 

Marteria ist der Rapper mit den neuen Nikes. Er ist der Rapper, der sich mit Harris das Patent auf sonor schleichenden Flow teilt. Er ist der Rapper, der schon angehender Fußballstar, frustriertes Male Model und ausgebildeter Schauspieler war, bevor er Musik zu seiner Hauptbeschäftigung gemacht hat. Er ist der Rapper, der von den Szenegrößen hofiert und vom Untergrund akzeptiert wird. Er ist der Rapper, in dem noch der Rapper mit der Heliumstimme aka Marsimoto steckt. Er ist der Rapper, der zusammen mit dem Produzentengespann The Krauts ein neues Album namens „Zum Glück in die Zukunft“ aufgenommen hat. Ein Album, das im Idealfall helfen könnte, diese Intro zu beenden mit: Marteria ist der Rapper der Stunde.

Was leistet dein neues Album, was viele andere Rap-Alben in den letzten Jahren nicht geleistet haben?

Marteria: Vor allem einen gewissen Produktionsstandard. Es ist seltener geworden, dass man im HipHop aufwendige Produktionen auf den Markt bringt, dass man ein gewisses Budget investiert. Solche Sachen wie live-Stringarrangements, live Drums, dass es geil gemischt wird. Dass du einfach in einen geilen Sound investierst. Wenn du dir ne Platte runter lädst und auf dem iPod hörst, ist es vielleicht egal, ob du echte oder Synthiestrings benutzt, aber ich finde es wichtig, da auf die Wertigkeit zu achten, um einfach auch die Haltbarkeit der Platte zu pushen. Dann gehört dazu, dass man viel über die Platte nachdenkt, dass man viel daran arbeitet, sich über die Texte Gedanken macht. Viele Platten in den letzten Jahren sind nach demselben Schema entstanden. Hier ein Song über Party, da ein Song über Frauen und so weiter. Aber darum geht es ja nicht in meinem Leben. Das ist vielleicht so, wenn du 19 bist, aber irgendwann solltest du dich ja mit den Sachen befassen, die dir wirklich wichtig sind und die man auch transportieren möchte. Eine Message rüberzubringen ist ja total HipHop eigentlich. Aber das wurde alles abgetötet durch das Fehlen von Kreativität. Die versuche ich einfach wieder zurückzubringen.

Es wird sicher Leute geben, die bestimmte Erwartungen an diese Platten knüpfen. Was erwartest oder erhoffst du dir selbst?

Das allerwichtigste ist, dass die Platte gehört wird. Ist egal, ob das jetzt alles im HipHop-Bereich passiert, Sparten sind mir da nicht so wichtig. Es wäre schön, wenn die Leute die Platte hören und verstehen, was für ein Soundspektrum wir damit erschaffen haben. Allerdings wäre es natürlich auch cool, wenn die Leute, die schon eher eine Urban-Affinität haben, sagen, ach es gibt ja doch noch was Geiles. Viele haben das ja einfach hinter sich gelassen, weil es irgendwann einfach viel zu dumm wurde. Wenn man selber nicht dumm werden will, versucht man sich eben anders zu orientieren. Ich denke, wenn diese Platte gehört wird, dann finden sie die Leute auch gut.



Reicht es dir, dass die Leute sie hören oder willst du, dass die Leute sie kaufen?

Klar will ich das. Wie gesagt, da steckt schon einiges an Kohle drin und es wäre natürlich für uns sehr wichtig, dass sich die Platte gut verkauft. Es ist ja nicht einfach nur ein Undergroundalbum, da stecken einfach zu viel Geld und zu viel Produktionswahnsinn drin.

Du hast mit Marsimoto ein grenzüberschreitendes und mit Marteria ein eher massentaugliches Alter Ego. Warum geht nicht beides in einem?

Im Endeffekt ist ja beides eine Figur, nämlich ich. Ich kann mit Marsimoto Sachen sagen, die ich als Marteria nicht sagen würde. Ich würde als Marteria keinen Song aus der Sicht eines ausgesetzten Hundes schreiben. Das ist alles etwas abgespacedter, verrückter. Es macht einfach Spaß, damit zu spielen. Man kann in solchen Figuren mehr aufleben, sich freier fühlen. Marteria ist da straighter, da geht es mehr um mich und meine Erfahrungen, da passt so was einfach nicht rein. Davon abgesehen vermischt sich ja beides. Auf jeder Marsimoto Platte gibt es Marteria-Anteile und umgekehrt.

Nach dem Song „Todesliste“, in dem du etliche Szenegrößen aus der Sicht eines anonymen Internetusers disst, hast du einen Youtube Clip ins Netz gestellt, der den Song erklärt. Wie wichtig ist es dir generell, verstanden zu werden?

Es ist schon wichtig. Es gibt halt immer irgendwelche Leute, die irgendetwas nicht verstehen und man macht dann leicht den Fehler, auszublenden, dass ganz viele andere Leute es ja doch verstanden haben. Es ist ja nicht so, dass nur, weil es 10 % der Leute nicht verstehen, die ganze Szene blöd ist.



Aber warum sind einem die zehn Prozent so wichtig, warum macht man nicht einfach weiter, anstatt sich ewig zu erklären?

Man ist mit seinen Songs ja verbunden, man will seine Arbeit ja verteidigen und beschützen. Wenn man älter wird, dann lässt das sicher auch nach. Das hat ja auch etwas mit Battlekultur zu tun. Wenn etwas angegriffen wird, dann will man es verteidigen.

Rap ist das Genre, in dem du mit der meisten Kritik rechnen musst, sobald du dich exponierst. Wie gehst du, nicht als Künstler, sondern als Mensch mit Kritik um?

Zunächst mal bin ich selber mein größter Kritiker. Wenn ich mir ältere Sachen anhöre, dann fallen mir tausend Dinge auf, die ich anders hätte machen können. Ich habe den Vorteil, dass mir sehr viele gute und erfahrene Künstler Ratschläge geben. Ich bin viel mit Jan Delay getourt und wenn dann er oder Tropf mir irgendwelche Tipps geben oder wenn Peter Fox sagt, so und so musst du das machen, dann klingt es geiler, dann höre ich da auch drauf. Sie schöpfen aus einem ganz anderen Erfahrungsschatz und ich muss einfach noch dazu lernen. Meine Mutter ist Lehrerin, die geht mit fast sechzig immer noch zur Weiterbildung, weil sie sagt: man lernt nie aus. Wenn man so jung ist wie ich, wär man schön blöd, wenn man mit Kritik nicht umgehen könnte oder sie sich nicht zu Herzen nimmt.

In dem Fall geht es um wertvolle, konstruktive Kritik, was ist mit impulsivem Gehate von Leuten, die dich nicht leiden können? Perlt das an dir ab?

Letztendlich ist es nicht wichtig. Bei Marsimoto gab es oft Leute, die es gehatet haben und ich mich gefragt habe: wie könnt ihr so was Cooles nicht verstehen? Wenn man sich dann die Albumverkäufe genauer anschaut, dann sieht man, dass es viele Leute gekauft haben, die mit HipHop gar nicht so viel am Hut haben. Und dann denkt man sich, Scheiß auf die paar HipHop-Nerds, die einfach zu engstirnig sind, wenn es dafür andere Leute gibt, die es feiern können. Davon abgesehen ist es ja für Kids so um die 13, 14 sicher auch ganz cool, sich im Internet in irgendwelchen Foren auszutoben. Das ist ja auch beinahe schon so eine Art Sport geworden. So lange es die Leute verstehen, auf die es wirklich ankommt, ist alles in Ordnung.

Wäre das Modell Dendemann etwas für dich? Sich seiner kreativen Wurzeln sehr bewusst sein, aber sich nach und nach eine ganz eigene Fangemeinde erspielen?

Das ist nicht mein Ziel. Ich finde seinen Weg interessant und ich finde auch sein neues Album total geil, aber ich möchte mich nicht so abkapseln wie er das macht. Er macht das ja sehr offensiv, die Platte wurde von Moses Schneider produziert und das hört man eben auch. Ich will ja, dass die Leute wieder HipHop hören, ich will HipHop wieder cool machen. Ich will, dass die Leute wieder sagen: ich höre HipHop. Ich finde einfach, es ist Zeit, dass HipHop wieder geil wird. Es ist eine geile Kultur, die so viel beinhaltet, man soll sich in dem Ding wohl fühlen. Es ist momentan so ein vertrotteltes Kinderding. Und das muss doch nicht sein. Die Leute sollen wieder auf die Konzerte gehen, alle möglichen Leute sollen das für sich entdecken. Ich will die Kultur nicht ablehnen, im Gegenteil.

Dafür klingt das Album aber überhaupt nicht puristisch. Es bewegt sich in seinen Beats ja schon sehr vom HipHop weg.

Klar, es spiegelt ja auch viele meiner Einflüsse wieder. Ich bin ja gar nicht so festgefahren. Ich bin ja auch mit Pearl Jam aufgewachsen oder mit Massive Attack. Es war immer genau so viel Fatboy Slim in meiner Musik wie Dizzee Rascal oder wie Mos Def. Ich verstehe es nicht so, dass du nur weil du rapst automatisch musikalisch nur in einer Sparte stattfinden kannst. Ich habe ja schon mit Robot Koch, RQM und solchen Leuten zusammen gearbeitet, mit Drum’n’Bass-Produzenten usw. Die früheren Platten waren auch alle schon sehr offen, insofern setzt diese neue die Richtung eigentlich nur fort.

Was würdest du sagen ist deine beste Punchline auf dem Album?

Das ist schwer, da gibt’s so viele gute (lacht). Ich glaube, „verstrahlt“ ist eine sehr prägnante Nummer im Gesamten, die ein bestimmtes Lebensgefühl vermittelt. Es gibt natürlich auch so Lines wie „Bowlen in Columbine, Kegeln in Erfurt“, aber „verstrahlt“ mag ich schon sehr.



Deine Lieblingspunchline aller Zeiten?

Dendemann hat mal neun Silben auf neun Silben gereimt. Das war auf der „Gefährliches Halbwissen“, da hat er gesagt: „Ein Grund, warum an der Waterkant die Beats fetter waren, euer Sound hängt am Vaterland wie Kriegsveteranen!“ Das fand ich damals total geil.

Was ist dein Lieblings-Rap-Stereotyp?

Das ist ein Mix aus Jigga, Kid Cudi, Kanye und in der Seele Beastie Boys. Was ich wichtig finde, ist am Puls der Zeit zu sein. Beispielsweise ein Typ wie Jay-Z, der ja auch nicht mehr der jüngste ist, und trotzdem immer state-of-the-art-Sachen abliefert. Ich bin Fan von Leuten, die sich weiter entwickeln. Ich steh nicht so drauf, wenn man alles klingen lassen muss, als wäre es vor zwanzig Jahren aufgenommen worden.

In “Endboss” sagst du, du hättest früher gehasst, was deine Schwester so gemacht hat? Was hat deine Schwester so gemacht?

Haha, ich hab da auch mit ihr schon drüber gesprochen. Wenn du ein kleiner Junge bist und Geschwister hast, bist du natürlich auf der Seite deines Bruders. Da spielst du lieber Fußball anstatt Depeche Mode zu hören. Irgendwann stellst du natürlich fest, Depeche Mode ist ja total geil, aber das realisierst du ja mit sieben, acht Jahren nicht. Da ist natürlich die Plattenkiste von deinem Bruder mit irgendwelchen Underground-HipHop-Platten interessanter. Wenn deine Schwester Leichtathletik macht und dein Bruder Fußball, dann ist halt einfach klar, wie du dich orientierst, das ist ganz normal, glaube ich.



Gibt es irgendein Vorhaben, das du gerne umsetzen würdest?

Ich will auf jeden Fall einen richtigen Film machen. Ich habe ja Schauspiel studiert. Ein guter Film wäre richtig geil. Ich finde, die deutsche Filmindustrie ist unglaublich langweilig. Man bekommt Drehbücher angeboten, die ich für keinen Cent der Welt machen würde. Aber eine Rolle, die wirklich gut zu mir passt, das wär schon geil.

Was würdest du an der deutschen Filmindustrie ändern wollen?

Die Leute in der Szene haben einfach falsche Werte. Die probieren so fünf, sechs Jahre auf Independentebene rum und versuchen dann auf Majorebene Geld zu verdienen, mit Sachen, die einfach nicht gut sind. Die merken nicht, dass sie ihre Identität damit kaputt machen. Bei den deutschsprachigen Produktionen ist so unglaublich viel Scheiß dabei und dadurch hinkt man anderen Ländern, wie Dänemark oder Schweden zum Beispiel, total hinterher. Die Filme dort haben irgendwie ihre eigene Sprache, haben sich ihr eigenes Publikum erspielt. Bei uns laufen die Geschäfte irgendwie anders, es gibt da Kooperationen und alles Mögliche, aber meistens versagen die Resultate. Man müsste da mehr Style reinbringen. Ist ja genau so wie mit Musik. Man muss gute Ideen haben und dann schauen, wie man die interessant umsetzen kann.

In welchem Bereich, Fußball, Modeln, Schauspieler, Rapper warst oder bist du am besten?

Modeln ganz schlecht. Schauspieler geht so. Im Fußball und mit Musik bin ich gut. Ich denke, das was ich jetzt mache, kann ich schon am besten. Fußball ist ja auch schon zehn Jahre her. Da war ich auch recht gut, das hätte schon funktionieren können, aber man weiß ja nie, was dazwischen kommt. Das ist ja auch von vielen Faktoren abhängig, Verletzungen, man muss damit klar kommen, nicht jedes Wochenende in die Disco gehen zu können, wie funktioniert das mit den Mädels und so. Ich glaube, da habe ich mit dem Texteschreiben schon die richtige Wahl getroffen.

A propos Mädels. Fußballer, Model, Rapper, Schauspieler. Das sind alles Mädchenmagneten. Wo waren die Mädchen am besten?

Natürlich beim Modeln. Dabei stehe ich gar nicht so sehr auf diesen Modeltyp. Aber die Frauendichte war da einfach am höchsten. So ne Gucci-Aftershowparty in Mailand ist, gerade wenn du erst 18 bist, schon sehr beeindruckend. Wenn du mit Yachten herumgefahren wirst, wenn du in Fashionweekzeiten jeden Abend auf einer anderen dieser Parties bist, dann sind immer all diese Models da. Und dann das komplette Partyprogramm, du kannst dann auf Zetteln ankreuzen, welche Drogen du konsumieren möchtest. Ich kam gerade ausm Fußball, war total anti-Drogen und dachte mir, Koksen, was für ein Scheiß und hab halt Weed geraucht. Aber du hattest halt einen Frauenanteil von siebzig, achtzig Prozent und alle Models dieser Welt, alle tanzen, alle im Pool und dann gibt es eine gewisse Häufigkeit von sexuellen Kontakten, weil alle ja auch diesen Lifestyle leben, sich nicht binden wollen und so. Alle sind total hemmungslos. Es gibt natürlich auch so vierzehnjährige, die sitzen dann mit ihrer Mutter da, die auf sie aufpasst.

Wie sah der Moment aus, in dem du realisiert hast, dass es nicht deine Welt ist?

Der kam schon recht früh. Ich habe einfach angefangen, hatte überhaupt keine Erfahrungswerte. Es fühlte sich einfach blöd an, für gutes Aussehen und bescheuert gucken bezahlt zu werden. Es war mir nicht klar, wie das das Lebensziel von jemandem sein kann. Wenn du jemand bist, der was machen will in seinem Leben, kommst du dir echt doof vor. Du überlegst dir, dass du viel Geld verdienen kannst, wenn du es durchziehst, dass du die ganze Welt siehst, du machst dir dann so eine Pro und Contra Liste. Viele Leute können die Contra-Seite vielleicht ausschalten, aber ich konnte das nicht. Ich hab gleich nach zwei, drei Wochen gemerkt, ok, das ist nicht mein Leben. Ich hab dann mitgenommen, was man eben so machen kann, einmal diese Weltreise mitgemacht, Pret a porter-Daten, Fashionweek und so. Und dann habe ich aufgehört. Das ging mir öfter so in meinem Leben, dass ich etwas angefangen habe und dann recht schnell merkte, das ist es nicht. Musik ist die einzige Konstante, die immer dabei war, deswegen fühle ich mich gut mit dieser Entwicklung. Ich denke, wenn man jung ist, sollte man alles mitnehmen, man sollte aber nicht an irgendwas festhalten, wenn man damit unglücklich ist.

Du hast Simply Red mal ein Weinglas über dem Kopf entleert.

Ja.

Rotwein?

Ja. Wir wurden krass von den Securities rausgetreten. Ich hatte Nasenbeinbruch, Rippenbeinbruch, dann natürlich lebenslanges Hausverbot und all das. Meine Mutter war immer großer Fan von ihm, hatte die ganzen Platten und war immer total berührt. Und dann sitzt er da mit zwei 17jährigen Models auf der Couch, total zugeballert und ich konnte es einfach nicht fassen. Ich hatte einfach zu viele Werte, war auch irgendwie anti. Ich war in so einer Clique, zwei Kanadier, ein Engländer und ich und wir fanden das einfach alles Scheiße. Wir waren dann in unserer Freizeit in Mailand eher Skateboardfahren und waren einfach nicht solche Posertrottel. In dem Moment musste das einfach passieren. Hab ihm den Drink über den Kopf gekippt und wurden dann von den Securities zusammengefaltet. Aber wir mussten schon auch sehr lachen.

Welcher Person des deutschen Showgeschäfts würdest du gern mal einen Drink über den Kopf schütten?

Ich bin extremer Mario Barth-Feind. Ich finde alles, was er macht, sehr schlimm. Er ist im Prinzip der Teufel. Die Teufelin ist Heidi Klum. Das ist das Paar der Hölle. Wahrscheinlich sitzen die beiden dort auf dem Thron und machen Gesichtskontrolle, wer rein darf. (lacht)

Marterias Album “Zum Glück in die Zukunft” erscheint bei Four Music.

 

Ich bin so aufgeregt! Nächsten Freitag ist Jubiläumsausgabe von MOTW! Hurra! Vorher aber wieder feinsten Prokrastinationsstoff für dieses Wochenende:

- MIt der Tatstatur kann man so ziemlich jedes Teil auf diesem Schreibtisch aktivieren, das dann in einem Loop immeriwieder dasselbe tut, bis man die dazugehörige Taste nochmal drückt. Dann hört es nämlich auf. Diese Beschreibung lässt sich auch kürzer zusammenfassen:
Einmal geladen – Zeit vergessen.

- Das Video wurde erst vor einer Woche hochgeladen und hat schon ÜBER EINE MILLIONEN VIEWS?!?!?!?!?!
Zu Recht, sagt da der Meme-Experte, zu Recht:


[YouTubeDirektGeheimeWeide]

- Eine Bierflasche, die kriege ich immer und überall auf. Mit einem Handy, einem Feuerzeug, einem Kasten, einer Ecke, einem Stück Papier, einer anderen Bierflasche, whatever. Bei einer Flasche Wein aber, da war die Sache für mich bislang trickier. Als ich noch jung un dverrückt war, da haben wir uns in der Not auch schonmal mit “Flaschenhals abschlagen” beholfen, aber mal ehrlich: Das geht doch nicht. Da muss ich mich noch heute wegen schütteln, ganz abgesehen von dem eher uncoolen “Thrill” ob man vielleicht kleine Splitter mittrinkt. Nein, nein. Es gibt eine deutlich stilvollere Methode, für die man nur eins braucht: Seinen Schuh!


[YouTubeDirektVonFranzosenLernen]

- Hehehe! (via Brominator}

- Die Musik der Woche ist diesmal eine ganze EP, die man sich anhören kann, inkl. eines Downloads. “Kraftklub” heisst die Band aus Chemnitz und die vermischen im weitesten Sinne Indiepop (bzw. dessen Instrumentierung) mit Rap und das in so einer perfekten Mischung, mit super Punchlines, einem guten Gespür für Hooks und in einer Freshness, das man ruhig sagen darf: Ja, darauf habe ich gewartet. Und deswegen sage ich an dieser Stelle: Ja, darauf habe ich gewartet. Vor allem auf den Song “Scheiss Indie-Disco” oder war es “Scheiss in die Disco”? (Und ja, ich weiß das “Witze erklären” das lameste ist, zu dem ein Mensch im Stande sein kann, aber in diesem Fall konnte ich mich nicht zurückhalten…:))

ADONIS MAXIMUS by Kraftklub

Bis nächste Woche zum Jubiläum! Ihr dürft dann auch Blumen schicken! Schönes Wochenende! Alaaf!

 

Ich mag nicht der modischste Mensch der Welt sein, aber ich liebe Mode und den Zirkus, weil mich das an die guten alten Tage erinnert, als man in der Musikindustrie noch Spass hatte…:)

Hier meine Eindrücke der letzten Fashion Week. Inklusive grosser Trauer, Drama, Verwirrung, Freude, vielen hübschen Mädchen und natürlich Mode, Mode, Modepopode.


[YouTubeDirektFashionAufsatz]

 

Er ist als MC Rene bekannt geworden. Vor allem dafür, Deutschlands bester Freestyler zu sein. Regelmässig hat er andere Rapper auf diversen Jams in ganz Deutschland in ihre Schranken verwiesen und ihnen gezeigt wo der Hammer hängt. Aber es war nicht alles eitel Sonnenschein. Er musste sich rumplagen mit Label-Abfuckerei und rumgehate von Kollegen. Die Rap-Karriere stagnierte. Er sah seine Kollegen an sich vorbeiziehen und konnte nichts machen. Seine Alben waren Achtungserfolge, aber die große Bombe blieb aus. Und so fängt das Business einen irgendwann an zu langweilen. Wie gut aber, wenn man dann noch ein paar Talente in der Tasche hat. Und davon hat Reen einige, im Gegensatz zu vielen Kollegen, denen nach Rap eigentlich nur noch…äh…hmm…irgendein Quatsch bleibt. Türsteher oder so.

Reen aber hat sich zu einem ebenso spektakulären wie supercoolen Move entschieden: Stand-Up. Und da er weiß, das das ein Job ist, der Bühne erfordert, Publikum, ausprobieren, hat er folgendes gemacht: Sich für ca. 3000 Öcken eine Bahncard 100 gekauft (die Bahncard, mit der man immer und in jedem Zug umsonst fahren kann), seine Wohnung aufgegeben, seine Klamotten, die er nicht mitnehmen kann untergestellt und sich offene Bühnen ausgesucht. Los geht die Ochsentour. Sozusagen die Comedy-Walz. Und so tingelt er ein Jahr lang von Club zu Club um sein Programm auszubauen, zu verbessern, zusammenzustellen und will nach einem Jahr ein perfektes Programm haben, mit dem er dann wieder auf Tour gehen kann. Und er möchte dann ein fertiger Stand-Upper sein. Ein-Jahres-Intensivprogramm.

Auf seinem Blog kann man ihn dabei begleiten. Er filmt mit, schneidet Videos zusammen und lässt jeden Teil haben, den das interessiert. Man kann auch sehen wo er als nächstes auftritt oder sich melden, wenn man ihm anbieten möchte mal zu einem zu kommen für einen Auftritt. Das ganze ist ne krasse Nummer und deswegen habe ich Reen mal dazu interviewt:

Nilz: Reen. Hip-Hop-Urgestein. Abgesehen davon, das Hip-Hop, vor allem heutzutage, ja desöfteren eher unfreiwillig komisch ist: Warum jetzt dieser Schritt zur Stand-Up-Comedy?

Reen: Dann bin doch lieber freiwillig komisch, im Prinzip mache ich nichts anderes als vorher auch, nur lasse ich jetzt fürs erste die Beats weg..ich bin ja mittlerweile bei den anonymen Rappern, in der Rapselbsthilfegruppe wurde mir dann von den Andern nahe gelegt Stand-up Comedy zumachen, um das Tourapsyndrom endlich in den Griff zu kriegen. Letztendlich ist mir Hip Hop einfach ein wenig zu spiessig geworden, weil jeder dasselbe macht und einfach die Innovation fehlt. Dennoch lebe ich meine Version von Hip Hop (Kreativität, Respekt und Toleranz) in der Stand-up Comedy weiter. Ich habe eine neue Herausforderung gesucht und einfach wieder Bock gehabt der “Neue” zu sein.

Nilz: Wie ist das eigentlich, seine Wohnung aufzugeben? Ich kann mir das gar nicht vorstellen. Was ist das für ein Gefühl keine “eigene” Basis mehr zu haben?

Reen: Nilz, das weiss doch jedes Kind..home is where your heart is!!! Mir gefällt es in meiner neuen Wohnung. Ich habe 200 meter Platz und 400 Mitbewohner und meistens gibt es keinen Streit, ich fühle mich so im Zug zu Hause, dass ich mir mittlerweile nackt vor dem Abteilfenster die Zähne putze. Durch meine Kontakte in ganz Deutschland laufe ich mindestens immer mit 3 bis 4 Hausschlüsseln rum, ich habe also mehr Wohnungen als vorher.

Nilz: Deine Entscheidung schon jemals bereut?

Reen: Nein, bis jetzt noch nicht…

Nilz: Wie reagieren die Leute? Sind da auch viele Hip-Hop-Fans im Publikum oder eroberst du gerade eine komplett neue Klientel? Und eroberst du sie überhaupt? ;)

Reen: Momentan waren eigentlich fast nur leute im Publikum, die MC Rene gar nicht kannten, die mich so sehen wie ich gerade bin, ohne ein vorgefertigtes Bild vor Augen zu haben.. Ich bekomme auch sehr viel Feedback von Hip Hop Kollegen oder alten MC Rene Fans, die das feiern was ich mache. Es gab auch Auftritte, da kam ich mir vor wie bei “Begegnung der dritten Art” und hier war ich eindeutig der Ausserirdische, aber so sehr es auch weh tut mal nicht anzukommen, sind diese Auftritte die wichtigsten, da man aus denen am meisten lernt. Soweit ich das jetzt beurteilen kann, spüre ich bisweilen sehr viel Symphatie für meine Art und meinen Humor und ich glaube das dort noch viel Luft nach oben hin frei ist, was mein Potential angeht..Übung macht den Meister.

Nilz: Stimmt das eigentlich, das gerade in der Comedy die Leute hinter der Bühne überhaupt kein Stück mehr so lustig sind, wie noch kurz zuvor auf der Bühne?

Reen: Nun ja es gibt die und die Kollegen. Einmal diejenigen, die dir ihre wacken Witze schon hinter der Bühne im Backstage erzählen, die nerven.. Dann diejenigen, die sich fast in die Hose machen und Panik schieben, das Keiner lacht. Dann diejenigen, die eher ruhig und unscheinbar sind und auf der Bühne auf einmal unfassbar lustig. Dann gibt es die frustrierten und traurigen Persönlichkeiten, die schon seit Jahren dabei sind, es aber immer noch nicht geschafft haben, aber auch nicht wirklich lustig sind, eher gewollt und umgekehrt genauso, das man merkt das leute einfach Spass daran haben, an dem was sie machen, auch wenn sie es nicht kommerziell geschafft haben..

Nilz: Du trittst auf Open-Stages auf. Schon mal Neid oder so was zu spüren bekommen, weil du erfahrener auf der Bühne bist?

Reen: Meine autistische Natur lässt mich solche Schwingungen nicht wahrnehmen. Ansonsten wäre es mir ehrlich gesagt auch scheissegal, ich beschäftige mich nicht mit Hatern.

Nilz: Wie schreibt man eigentlich ein Stand-Up-Programm, wollte ich schon immer mal wissen?

Reen: Die besten Geschichten sind die aus dem Leben. Du hast irgendetwas witziges oder skurilles erlebt, stells dir einfach nur vor wie in einem Film, was müsste jetzt passieren, damit das jetzt lustig ist. Die Leute lachen oft darüber, wenn die sehen wie man an den kleinen Dingen des Lebens scheitert und verzweifelt, Wahrheit und Schmerz sind meiner Meinung nach der Schlüssel zu einem guten Programm, nach dem Motto “keep it real”, auch wenn du ein Idiot bist.. ;) Du musst dir einfach sehr viel notieren aus dem Alltag, was du erlebst und dem deine ureigene Sichtweise geben, so schreibt man ein Comedy Programm..machst du doch auch, Nilz..(Höh?)

Nilz: Hat man auch “Notfallgags” falls was nicht zündet?

Reen: Am Besten aus der Not eine Tugend machen, wenn du verkackst, sei spontan und geh auf die Situation ein, du darfst keine Angst haben dich zu blamieren..Notfallgags aus der Tasche holen und ganz stumpf vorlesen, kann gut kommen, wenn du es gut verkaufst..

Nilz: Letzte Frage: Guckst/Hörst du auch amerikanischen Stand-Up?

Reen: Ich mag Russel Peters, Jamie Fox, Pablo Francisco, Seinfeld, Dave Chapelle usw..

Man sieht: Es ist möglich. Plötzlich scheint der Weg, den Reen gegangen ist bzw. gerade geht total logisch und schlüssig und nachvollziehbar, ja schon fast zwingend. Wer ihn auf seiner Reise begleiten möchte, der sollte regelmässig sein Blog checken. Umfassender kann man nicht informiert werden. Digger, viel Glück und Erfolg!

 

Ich finde es eigentlich ganz schön, das sich das so ein bisschen etabliert hier Montags immer Kurzfilmchen zu gucken. Ich denke, das behalte ich jetzt bei. Ich weiß ja auch aus der Kindererziehung: Kontinuität macht Menschen glücklich. Somit haben wir den Wochenstart und das Wochenende fest im Griff. Besser kanns doch gar nicht laufen..:)

Heute haben wir etwas, was viele eigentlich wohl eher für ein Musikvideo halten würden. Weil es ja auf eine gewisse Art und Weise auch eins ist. Aber gerade Musik Videos sind mittlerweile die konsequenteste Form des Kurzfilms und weil das so aufwendig geschnitten ist, nehme ich es heute mal als Kurzfilm. Der Song ist von Jeep Cherokee und heißt “I´m Bruce Willis”, in diesem Clip hören wir aber den Remix von Wreck and Salvage mit dem Titel “Why you try to hurt me girl?”. Soviel zu den Fakten. Der Clip selbst ist aber pure Willis-Awesomeness und zeigt einem ganz gut warum der Typ eigentlich so erfolgreich über so viele Jahre ist: Weil der einfach mal der Coolste von allen ist und das sogar zum Teil in den dämlichsten Filmen. Mag eines der Machwerke, in denen Willis war, noch so ein Schrott gewesen sein, der Typ ging trotzdem unbeschadet als coolste Sau ever aus der Nummer raus. Und wenn man seine Filme mag und gesehen hat, dann findet man natürlich ein paar selbe Gesichter wieder. Und Bewegungsabvläufe. Und wenn man das dann in mühevoller Kleinstarbeit raussucht und zusammenschneidet, dabei noch auf den Beat und die spärlichen Vocalsamples achtet und das in den Schnitt mit einbezieht, dann hat man nichts weniger als ein superspektakuläres Video, das zwar die Studios in ihrer Engstirnigkeit wieder doof finden werden, aber von dem Bruce selbst, da bin ich mir 100 Prozent sicher, mehr als geschmeichelt ist. Ich hör schon auf und wünsche infach nur viel Spass in den nächsten 5 Minuten.

[VimeoDirektBruceWillis]

Übrigens: Habt ihr alle Filme erkannt?