Es liegt auf der Hand: Graffiti und Calligrafie als Kunst der Wörter sind eng miteinander verwandt. Und niemand steht so sehr für diesen besonderen Stil aus alten Buchstabenkunstelementen und Straßenmalerei-Techniken wie Niels “Shoe” Meulman, der inzwischen auch im Stedelijk Museum Amsterdam und im San Francisco MOMA ausgestellt wird. Der 1967 in Amsterdam geborene Künstler, der auch als Art Director für u.a. BBDO und MTV arbeitet, veröffentlicht nun ein Buch, das dem Begriff eine schöne, schwere Form gibt: Calligraffiti. Verlegt wird es von “From Here to Fame”, auf ihrer Seite gibt es auch eine schöne PDF-Preview.
Diese Woche wird es in Berlin vorgestellt und zwar morgen (11.03.) abend um 20:00h in der tollen Location Basement und am Freitag (12.03.) um 19:00 im Hip Hop Stützpunkt Common Ground, Marienburger 16a. Shoe wird da sein, also bringt was mit, das er unterschreiben kann!
Außerdem können wir hier eines der wunderschönen Bücher verlosen, bitte schreibt uns in den Kommentaren, warum ihr die Inspiration der Zeichen aus dem Buch besonders gut gebrauchen könnt!
Am Samstag erst ging sie zu Ende, die Ausstellung “As if by magic“, welche in zauberhafter Weise 1010 (Künstler und Street Artist aus Hamburg), Aitch (Künstlerin und Illustratorin aus Rumänien), Dixon (in Caracas, Venezuela geboren und nun in Barcelona lebend), Labrona (ein aus dem leicht unterkühlten Montréal stammender Street Artist), Noper (rumänischer Urban Artist und Illustrator), Other (der nach eigener Aussage aussieht wie ein unterernährter armer Künstler mit dunklen Augenringen), Produkt (Maler und Street Artist aus Montréal, der seine Inspiration in erster Linie aus Träumen bezieht) und Saddo (rumänischer Künstler, Illustrator und Street Artist) auf den rund 300 m2 Fläche der heiligen Hallen der neurotitan Galerie miteinander vereinte.
Die Besonderheit an dieser Zusammenstellung bestand darin, dass kein Thema die Arbeiten dominierte, sondern die Auswahl über ein verbindendes Element in ihnen selbst getroffen wurde. Eine Magie eben, die allen innewohnt, obgleich die Künstler aus den verschiedensten Teilen dieser Welt stammen und von unterschiedlichen Lebenshintergründen geprägt wurden. Sie hatten sich teilweise entweder schon einmal getroffen, dieselben Reisewege hinter sich oder tatsächlich im Kontext anderer Kollaborationen miteinander gearbeitet – jedoch erst jetzt formten sich diese Gemeinsamkeiten alle an einem Ort zu neuen Werken und die Inspiration beim kollektiven Malen erfolgte – natürlich – wie von Zauberhand…
Wer diese fantastische Zusammenstellung also leider verpasst hat oder schlicht nicht mit einer Berliner Wohnhaft gesegnet ist, darf sich nun an den folgenden Fotos ergötzen, die ich höchstselbst beim Wandeln durchs Zauberzufallsergebnis geschossen habe. Die ihnen eigene bunte Magie spricht schließlich für sich selbst:
Einer der bekanntesten Namen der Street Art Szene ist “ABOVE”. Der junge Herr stammt ursprünglich aus Kalifornien und hatte (unter anderem wohl auch durch den Einfluss seiner Hippieeltern) bereits sehr früh einen guten Draht zur Kunst. Mit verbrachte er bereits viel Zeit seiner Pubertät in der Skateszene und begann seinen Künstlernamen auf diverse in Züge der Stadt zu sprühen. Nach einiger Zeit wurde ihm das Ganze aber zu monoton. Einerseits war es ihm zu langweilig immer und immer wieder lediglich sein Tag zu hinterlassen, andererseits hatte er genug davon, nie seinen Namen auf ausfahrenden Zügen zu erkennen, weil die stets viel zu schnell vorbei rauschten. Er wollte etwas kreieren, was man im Bruchteil einer Sekunde erkennt und zuzuordnen weiß.
Endlich ist es da: das erste Beck’s Gold Designer-T-Shirt. In Kooperation mit dem Berliner Select-Store Firmament und dem britischen Designer Dave Little in den vergangenen Monaten entstanden, von den Sunst Brothers gedruckt und von der Post geliefert, ist das exklusive Piece nun im Laden erhältlich. Am vergangenen Mittwoch feierten wir gemeinsam mit Dave Little den Release im Firmament Store, und die ersten des auf 500 Stück limitierten Shirts sind bereits verkauft.
Dave Little flog für seine Arbeit am Design extra für einige Tage nach New York, um sich dort die nötige Inspiration zu holen. Beschäftigt hat ihn hier vor allem die Kunstszene rund um Greenwich Village, die ja bereits etliche Kunststars wie Keith Haring hervorbrachte. Basierend auf den Street-Styles der 80er Jahre, verfeinerte Little sein „Urban Experiences“- Motiv mit einer Graffiti-Camouflage-Technik, um eine Art „Urban Wallpaper“-Effekt zu erzielen. Dabei nutzte der Designer nicht nur Gestaltungsprogramme am Rechner, sondern fertigte einen Großteil des Motivs in Handarbeit. Zu sehen ist auf der Hochkant-Illustration eine besonders dichte, großstädtische Gebäudelandschaft, die mit Graffiti-Motiven und Cut- Outs versehen ist und so ein Gefühl von lebhafter, komprimierter Urbanität transportiert. Darüber schwebt als King Size Motiv das „All Seeing Eye“, eine Referenz Littles an Keith Haring und verdeutlicht zugleich den urbanen Experience-Moment, für den Beck’s Gold steht.
„Das Beck’s Gold T-Shirt zu designen, war ein großartiges Projekt für mich. Es war ein fantastisches Gefühl, dafür wieder einmal an mein altes Zeichenbrett zurückzukehren, denn am Computer habe ich ausschließlich den Feinschliff dafür gemacht,“ so Dave Little, der sich zudem besonders darüber freute, dass das Shirt in Kooperation mit dem Firmament-Store veröffentlicht wird – „dem besten Store in Berlin“, wie er betont.
Wer eines der wenigen frei verkäuflichen Tees abgreifen möchte, sollte sich das schnell sichern. Das Beck’s Gold x Firmament x Dave Little „Urban Experiences“ T-Shirt ist ab sofort bei Firmament in Berlin oder über den dazugehörigen Online-Store the-glade.com erhältlich.
Graffiti aus Licht ist sicherlich nichts neues. Die frühesten Bilder, die ich kenne, stammen aus dem Jahr 1949 und zeigen Picasso, der mit einer Taschenlampe Figuren in die Luft malt – technisch genau das gleiche, was Eric Staller in den 70ern und Lichtfaktor, LAPP und Grafitti Research Lab heutzutage machen. Und dank der enormen Verbilligung von Digitalkameras ist die Lightwriting-Szene in den letzten paar Jahren förmlich explodiert und auf Flickr findet sich alleine in der Gruppe „Light Painting“ über 20.000 Bilder und nahezu 10.000 Bilder sind mit „Lightwriting“ getagged.
Der britische Street-Artist Banksy ist wohl die schillerndste Figur der internationalen Street-Art Szene. Niemand weiß genau, wer er ist, seine Kunst so humorvoll wie subversiv, er fungiert als Aushängeschild und als Rolemodel. Man kennt von ihm nur seine Werke, die so gefragt sind, dass sie inzwischen fachmännisch mitsamt der Mauer aus dem öffentlichen Raum herausopertiert werden oder ungefragt in Museen hängen. SlamXHype hat viele Artikel über Banksy und natürlich jede Menge Bilder.
Jetzt kommt sein erster Film heraus, der auch auf der Berlinale, die am 11.02. in Berlin beginnt, gezeigt werden soll. Der Trailer verspricht eine selbstironische Reflektion, “Exit Through the Gift Shop” wird laut eigener Aussage “The World’s First Street Art Disaster Movie”. Auch in diesem Film soll Banksy nur als Stimme zu sehen sein, kündigen sein Agenten an. Hier ist der Trailer:
Endlich – es gibt wieder einen vernünftigen Grund nach Berlin-Mitte zu fahren! Danke, liebe Neurotitan Gallery, unser geliebter Fleck urban-politischen Widerstandes, der sich auf einigen der wenigen verbliebenen m² im Berlins Herzen befindet, der noch nicht von der hochinfektiösen Flagshipstore-Krankheit befallen wurde. Kurz hinter Hilfiger und gleich vor Starfucks führt ein kleines Tor in die kommerziell-befreite Zone.
Einen entspannten Start in die hektische Berlin Fashion Week garantierte gestern die Vernissage zur Ausstellung ‚SOB- Streets of Berlin’ in der West Berlin Gallery, initiiert in Zusammenarbeit mit der frisch aus München zugezogenen Jeans- und Sportswearbrandsmesse JAM BERLIN. Beck’s Gold supportete die Bar und trug so neben den DJs von VKMP3 (die in der Tat mit Vinyl auflegten!) und der schönen Atmosphäre der Galerie zur guten Stimmung bei.
Die Ausstellung läuft noch bis zum 31. Januar und zeigt Siebdrucke des Graphikdesigners Markus Fischer, der auch für die visuelle Kommunikation der JAM verantwortlich ist. Fischer wählt für seine Arbeiten typische Motive des Berliner Stadtbilds – den Großen Stern, das Brandenburger Tor oder den Checkpoint Charlie – die Berlin genauso symbolisieren wie die moderne Architektur, die zeitgenössische Kunst und die Musikkultur aus der jungen Metropole, die Menschen aus aller Welt anziehen. Seine Arbeiten verfremden diese altbekannten Ansichten der Berliner Wahrzeichen mittels irritierender, kontrastreicher Farbwahl, der Verwendung ungewöhnlicher Ausschnitte und graphischer Rasterungen, die das Medium Siebdruck in den Mittelpunkt stellen.
Darüber hinaus sind in der West Berlin Gallery die besten Arbeiten des von JAM Berlin und laFraise.com realisierten Design-Contest für den JAM Berlin Shuttle-Bus zu sehen, der mit dem Siegerdesign geschmückt von Tempelhof, Gleisdreieck und Bebelplatz zur Messe in den Rathenauhallen pendeln und so alle wichtigen Mode-Events der Berlin Fashion Week auch untereinander verbinden wird.
Mehr Fotos von der Veranstaltung gibt’s natürlich bei Flickr zu sehen.
Jedes Mal ist es erneut eine Mischung aus erhabenem Respekt und kindlicher Vorfreude die heiligen Hallen des denkmalgeschützten ehemaligen Polizeipräsidiums zu betreten, in denen die BRIGHT zweimal jährlich stattfindet. Ein Rundgang über die (groß-)familiäre Messe für Streetwear, Skateboard, Sneaker und Fashion erinnert in gewissem Maße an einen anarchischen Geburtstag im Disneyworld für Zottelköppe. Die ehemaligen Büros und Zellen des einstigen Präsidiums sind zum Teil liebevoll, zweckgemäß oder besonders kreativ zu Messeständen umfunktioniert und werden bei jeder Gelegenheit “berollt”. Im Gegensatz zu anderen Messen wird hier nicht eine große leere Halle mit freistehenden Ständen bespielt, sondern lange Korridore mit meist kleinen Räumen um die 10qm von den Brands ‘bewohnt’ und wo genug Platz ist, wird eine Bowl, eine Miniramp oder ein Parcour aufgebaut. So entsteht hier ein bißchen ‘Hurra, hurra die Schule brennt’-Atmosphäre: man drückt sich auf den Gängen rum, wer nicht aufpasst, wird vom Rollbrettler umgefahren und es herrscht familiäre Stimmung zwischen Bier und Business.
Für viele Besucher, Aussteller und Freunde Europas wichtigster Messe seines Segments kam diesmal noch eine kleine Portion Wehmut und Abschied hinzu, denn dies sollte der letzte Termin in Frankfurt werden, bevor im Sommer der große Umzug der Tradeshow in die Muttistadt und Messemetroplole Berlin ansteht. Für diese eingehende Gefühlsduselei, die sich auf sämtliches Plakaten mit „Goodbye Frankfurt – Hello Berlin“ lesen ließ, konnte es nur ein würdiges und wirksames Gegenmittel geben, das die Veranstalter Marco Aslim und Thomas Martini ihren Pappenheimern mit lächelnden, bright-uniformierten Ladies bereitstellten: tablettweise Rosé- Prosecco im Foyer, ein wirklich guter Start also, um sich ins Gefecht zu stürzen. Auch für die ganz Gefühlsbetonten war gesorgt, den Prosecco gab es durchgehend bis Sonntag 18Uhr.
Über vier Stockwerke präsentierten sich über 300 Labels in gewohnt abwechlsungsreich und eindrucksvoll, so dass ein Resümee eines Gangs über die Etagen gar nicht alles erfassen lässt, was hier gedropped werden müsste. Dafür erfreuen wir uns an dieser Stelle des Mediums VIDEOCLIP, in dem Collin Clark einen Zusammenschnitt die Impressionen der Messe zusammengefasst hat.
Der Kick-Off beim Hamburger Streetwearlabel Cleptomanicx am Samstagvormittag hätte lokalpatriotischer nicht sein können: den ein Meterlangen Aalkuchen schnitt Labelmaskottchen Käptain Clepto persönlich in seiner Brightuniform des Wochenendes (türkisfarbender Bademantel „RoyAal“ mit passenden Schlappen/ Kollektion FW 10) an.
Testosteron, Lucha Libre und Freibier – das gab es bei den Rock’n’Rollwrestlern von GTWA und von allem nicht zu wenig. Mit Live-Wrestling ging im dritten Stock der Punk ab, die Crowd konnte einfach nicht genug bekommen.
Bei New Balance gab es den Launch einer Sneaker Trilogie zu bestaunen, inspiriert von klassisch- britischer Kultur: das English Pub Pack des NB 576. Die Modelle wurden mit originalen Elementen der britischen Kneipendeko verarbeitet wie Biertüchern als Innenfutter oder das Leder von Barhockern. Till von NB erklärt das ganz einfach: „Stell dir einen weißen Schuh in der Mitte eines Pubs vor, der alles um sich herum absorbiert, außer den Geruch!“
Tiefgehend und äußerst inspirierend erwies sich ein Besuch bei Philippe von Homecore. Er stellte eine Kollektion von Sweats und Shirts vor, die von Schnüren, Atmung und gesunder Körperhaltung geprägt ist…häh? Ausgehend vom Ziel innerer Harmonie und Ausgeglichenheit können das Schnüren und Binden am Körper á la Bondage für den Hausgebrauch für eine aufrechte Haltung und entsprechend gute Atmung sorgen. Designer Alexandre Guarneri ließ diese fesselnde Idee direkt in seine Kollektion einfließen.
Bei Nike SB gab es Style for Charity: ein wirklich großartiges Fluff Package (inkl. ein auf 12 für Deutschland limitierte Paar Fluff Kicks, das große 5 kg Fluff Book mit 600 Seiten, ein limitiertes Shirt und ein Fotoprint) für nur 150,-€! Der Erlös wird an Unterstützung für die Opfer von Haiti gespendet – eine schöne Sache, über die sich die Besucher der Bright freuen konnten.
Am Samstagabend luden die Bright-Bosse standesgemäß und traditionell zum Meet’n’Greet für alle Aussteller ein – ein Happening, das sowohl als heimliches Highlight der Messe gehandelt als auch das Warm-Up für alle weiteren Feieraktivitäten des Abends bedeutsam ist. Gambas, Becks Gold en Masse & Karaoke sorgten für einen verdammt unterhaltsamen Abend und für ein unvergessliches letztes Bright-Dinner. Man ließ Scham im Hotelzimmer und die Hüllen direkt auf der Bühne fallen. Unser heimlicher Star des Abends war Fotograf Rufus Exton, der bewies, dass ein englischer Native innerhalb von zwei Strophen Berry’s Johnny B. Good die Muttersprache zu verlieren, was aber über eine Bühnenperformance glatt weggebügelt werden konnte.
Ein tolles Wochenende, ein gebührender Abschluss mit einer noch tolleren Tradeshow – Berlin kann sich glücklich schätzen, ab Sommer die Bright in seine Arme Schließen zu dürfen! Wir freuen uns drauf & wünschen den Veranstaltern alles Beste für den Umzug!
Urban ist urban ist art. Das weiß Berlin, das weiß Beck’s Gold und das wussten auch die Besucher der Vernissage der Charityausstellung OVERSIZED AND UNDERPRICED ROUND TWO im hatch Stickermuseum.
Am Donnerstag Abend präsentierte hatch im Herzen von Friedrichshain die kreativen Ergebnisse von über 60 Urban Artists, u.a. Flying Förtress, Jaybo Monk, Dave The Chimp, Klub 7, Pisa73 und Base23, die DIN A 3 große Stickervorlagen des Post Päckchen Stickers gestalteten. Das Interessante daran: alle Artists, ob well-known oder rookie, werden ebenbürdig nebeneinander ausgestellt und sind ab jetzt zur Auktion für einen guten Zweck freigegeben. Was zählt, ist der kreative Output!
Beginnend mit einem einheitlichen Startpreis von € 69.- können Gebote für alle Werke abgegeben werden: persönlich im Museum oder per email an info@hatchkingdom.com, Bildergalerien mit allen art pieces kann man sich auf facebook oder auf hatchkingdom.com ansehen. Der Gewinn der Auktionen geht anteilig an die Christoffel Blindenmission und Skateistan.
Bei smoothen HipHop Sounds von DJ Sine und dem einen oder anderem gepflegten Beck’s Gold füllte sich das Museum bis zum Anschlag und man konnte sich kaum sattsehen an den über 100 ausgestellten art pieces.
Vom 6. bis 24.1.2010 wird die Aussttellung im hatch Stickermuseum noch zu sehen sein, danach ist eine Tour durch Hamburg, München, Wien, Köln und Frankfurt geplant.
Mehr Infos zur Austellung und den Auktionen auf www.hatchkingdom.com oder bei facebook.
Letzte Kommentare:
MrPander

Als Designer kann man solch ein Buch natürlich immer gut gebrauchen. Außerdem habe ich mir aber auch schon vor Ewigkeiten vorgenommen...
steffen

Wow, ein klasse Buch. Tolle Vorschläge, könnte ich als Raumgestalter gut gebrauchen…
Reini

Habe es als Geschenk für meinen Tatöwierer-Freund vorgesehen