Hanno Bäucker ist ein Macher. Nun mag man diesen Satz für cheesy halten, aber er trifft perfekt zu. Wenn er eine Idee hat, die ihm gefällt, dann legt er einfach los. So hat er in Berlin, nachdem er in Köln “visuelle Kommunikation” studiert hat, erstmal ein Kollektiv namens “The Farm” mitgegründet, aus dem dann seine Agentur “Verktorfarm” hervorging. Zwischendurch hat er noch das Modelabel “Mazooka” aus der Taufe gehoben und nebenbei einen concept Store in Berlin eröffnet. Umtriebig ist hier wohl das richtige Wort. Was würde wohl so ein leidenschaftlicher Künstler auf dem Workspace kreieren? Das war die Frage und deswegen war er auch dabei.
Heutzutage ist alles immer Meinung. Die Tageszeitungen sind voll mit Kolumnen, über jedes Konzert kann ich am nächsten Tag mindestens 20 Meinungen im Netz lesen und die Bundestagswahl hat natürlich nochmal dafür gesorgt, das wirklich jeder zu irgendwas eine Meinung haben muss.

Diesen Ansatz hat Bäucker in seiner Arbeit für und auf dem Hamburger Workspace aufgegriffen. Denn was nützt die schönste Meinung, wenn sie niemand hört? Eben. Und deswegen hat er sich überlegt, wie man die am besten visualisieren könnte und ist dabei auf eine zwingend logische Idee gekommen: Sprechblasen.

Die eigene Meinung auf einer Sprechblase zu formulieren hat seine Vorteile: Man hat nur begrenzt Platz. Das bedeutet, man muss es eben knackig formulieren und kann sich nicht in ellenlangen Verklausulierungen verlieren. Der andere Vorteil aber ist der: Man kann seine Meinung auch einfach so anderen in den Mund legen. Indem man ihnen die Sprechblase an den Kopf hält.

Das kann man aber auch noch auf die Spitze treiben: Denn es gab ja nicht nur die analogen Papp-Sprechblasen auf dem Workspace, sondern auch noch die Möglichkeit seinen Spruch überlebensgross an die Wand werfen zu lassen. Diese Monstersprechblase suggeriert natürlich direkt ein Zitat der ganzen Halle, sprich: Ob sie wollen oder nicht sprechen plötzlich alle Anwesenden meine Meinung aus.

Und gerade das ist ja der Witz an der Arbeit: Meinungen sind an sich nicht nur austauschbar, sondern werden auch gerne intrumentalisiert um Leute in Sippenhaft zu nehmen. Und trotzdem sind sie total wichtig. Um eine Orientierung zu haben. Oder zumindest eine grobe Richtung. Das alles mit so einer, oberflächlich gesehen, einfachen Arbeit zu erreichen: Chapeau. DAS nennt man dann wohl “visuelle Kommunikation”.
Die letzten beiden Bilder sind vom “Spanier“. Danke schön!
abgelegt in: Hamburg, Kunst und Design, Workspaces ![]()


























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