Banksy aus Bristol gehört zweifelsohne zu den am meist gehypten Streetart Künstlern der letzten Jahre.

Neben seinen Graffiti Arbeiten startete er immer wieder außergewöhnliche Aktionen. So hängte er ohne Erlaubnis seine Bilder unter anderem im Museum of Modern Art in New York, Tate Modern in London oder dem Louvre in Paris auf. Oft dauerte es einige Zeit bis Leuten in den Museen das herein geschleuste Bild aufgefallen ist. Die Medien stürzten sich sofort auf die Geschichte und so wurde Banksy über die Kunstszene hinaus weltweit bekannt. Er hat es jedoch bis heute geschafft, seine Identität vor der Öffentlichkeit geheim zu halten.

Die Preise für seine Kunstwerke schnellten in die Höhe. 2007 wurde ein Original Banksy Bild für 80.000 Dollar bei Sotheby’s versteigert. Im Jahr darauf erreichte das Werk “Keep it Spotless” bei einem Sotheby’s Charity Event in New York die unglaubliche Summe von 1,87 Millionen Dollar. Doch der Hype ging noch weiter, denn plötzlich gab es immer mehr Löcher in den Wänden von Londons Häusern. Hört sich etwas komisch und zusammenhangslos an, jedoch kamen die fehlenden Stücke in den Mauern nicht von ungefähr. Die Leute klauten die gesprühten Motive des Künstlers von den Hauswänden. Und da das nicht so leicht funktioniert muss man eben zum Ärger der Bewohner das ganze Stück Mauer mitnehmen.

Ende letzten Jahres gab es nach dem Scheitern des Kopenhagener Klimagipfels drei neue Werke von Banksy am Londoner Regents Kanal zu sehen. Auf dem Bild oben ist der Spruch „I don’t believe in global warming“ zu lesen. Der untere Teil der Buchstaben ist vom Wasser verdeckt, was eine Anspielung auf die steigenden Meeresspiegel sein soll.

Auf den anderen zwei Werken ist ein angelnder Junge abgebildet, der am Haken das Tag von Banksy hat, sowie ein Maler, der gerade ein alten Schriftzug übermalt. Letzteres ist der Ausgangspunkt einer Auseinandersetzung mit der Graffiti Legende Robbo. Von ihm stammt das Piece, das Banksy ungefragt mit seinem Werk gecrosst hat.

Auf den ersten Blick sieht das Bild vielleicht nicht sonderlich spektakulär aus, jedoch handelte es sich hierbei um eines der ältesten noch erhaltenen Pieces in London.

25 Jahre strotzte es Wind und Wetter, sowie unzähligen anderen Writern, die an diesem beliebten Ort mit ihren Dosen zur Tat geschritten sind. Zudem gilt es als ungeschriebenes Gesetz Schriftzüge von anderen Malern nicht zu übermalen. Tut man dies doch, kommt es einer Kriegserklärung gleich und der andere Sprayer hat das Recht des Gegners Kunstwerke mit seinem Tag oder was ihm gerade so in den Sinn kommt zu übersprühen. Wie er das macht und wann er damit wieder aufhört liegt dann ganz bei ihm.

Dementsprechend hat sich auch Robbo geäußert. Natürlich weder mit Worten noch mit seinen Fäusten. Er hat den drei neuen Banksy Bildern am Regents Kanal nach bestem Wissen und Gewissen seinen Stempel aufgedrückt. Obwohl er sich bereits vor 16 Jahren zur Ruhe gesetzt hat konnte er diese Schmach nicht über sich ergehen lassen.

Neben dem Maler aus Banksys Bild erstrahlte plötzlich in dicken silbernen Lettern das Wort „King Robbo“.

Aus dem „I don’t believe in global warming“ Schriftzug wurde „I don’d believe in war“ mit dem Hinweis „It’s to late fort hat Sonny!“

Und der angelnde Junge zieht auch nicht mehr das Tag von Banksy aus dem Fluß, wie ihr dem Bild unten entnehmen könnt. Auch hier gibt es wieder einen kleinen Hinweis bzw. in diesem Fall eine rhetorische Frage: „Did you think it was over?“

Die drei Werke wurden abschließend alle mit „Team Robbo“ gekennzeichnet, so dass es zu keinen Missverständnissen kommen kann. Die Szene wartet nun gespannt auf eine Antwort von Banksy. Der wiederum ließ verlauten, dass das Bild bereits vorher beschmiert worden war:

“I didn’t paint over a ‘Robbo’ piece. I painted over a piece that said ‘mrphfgdfrhdgf’, I find it surreal when graffiti writers get possessive over certain locations. I thought that having a casual attitude towards property ownership was an essential part of being a vandal.”

Im Krieg soll es ja anscheinend immer einen Gewinner und Verlierer geben. Doch die letzten Kämpfe der USA haben uns ja bereits eines besseren belehrt. Auch im Battle zwischen Banksy und Robbo mag ich bezweifeln, dass einer der Beiden mit erhobenen Händen das Schlachtfeld verlassen wird, während der andere den Siegerpokal freudestrahlend entgegen nimmt.

Ob das Bild wirklich der einzige Auslöser war, sei dahin gestellt. Immerhin spielt auch der Faktor Neid immer eine große Rolle, denn Robbo hat es nie geschafft für seine Malerei Geld zu bekommen. Er fühlt sich in seiner Ehre verletzt und wütet nun in London über den Werken von Banksy. Vielleicht wird er ja eines Tages damit aufhören. Ob Recht oder Unrecht, am Ende des Tages bleiben zerstörte Kunstwerke zurück, die keinem wirklich weiterhelfen.

 

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