In regelmässigen Abständen werde ich euch hier noch die Künstler von den Workspaces vorstellen, die noch nicht dran waren. Da gibt es noch einiges zu entdecken….
Ich bin ja in Köln aufgewachsen. Und auf einer der Haupteinkaufsstrassen, da gab es einen komischen Brunnen, an dem ich als Kind immer gern gespielt habe. Der sieht aus wie eine rundliche, glatte Säule, die direkt aus dem Boden kommt. Und da läuft das Wasser dann so ruhig runter. Später erfuhr ich dann, das das Teil “Bierbrunnen” heisst, zu Ehren der Kölner Zünfte aufgestellt wurde und das (angeblich) einmal im Jahr da Bier rauskommt. Eine schöne Erinnerung.
Warum erzähle ich das alles? Was hat das mit Workingclasshero aus Bern zu tun? Ein junger Mann, der vom skaten zur Kunst gekommen ist. Dabei sollte man nicht den Fehler machen und ihn gleich als Street Artist abstempeln. Denn was WCH macht, das hat mit weitaus mehr als Stencils oder Grafiken zu tun.

Workingclasshero, der nebenbei noch als Tätowierer und DJ arbeitet, hat nämlich eine kleine Idee mit auf den Münchener Workspace gebracht, die äusserst charmant daher kam. Mit einfachsten Mitteln, reduziert auf ihre Funktion, hat er aus Holz, Folie sowie einer Pumpe mit einer Düse einen Brunnen gebaut. Und dieser Brunnen wurde von allen Anwesenden ordentlich mit Beck´s Gold gefüllt, so das da den ganzen Abend was vor sich hinsprudelte? Richtig! Ein Bierbrunnen…!

Dabei finde ich gerade das so interessant: Workingclasshero versucht ja auf mehreren Ebenen zu brechen: Er bricht mit der Erwartung, die man vermutlich an ihn hat, wenn man ihn irgendwo einlädt, indem er eben nicht ein einfaches Piece macht oder so, sondern ein ganz anderes Objekt. Und so ein Brunnen, der soll ja auch mit so einer Veranstaltung an sich brechen, denn Brunnen gelten ja gemeinhin (und das nicht zu Unrecht) als Kitsch, also so ziemlich das genaue Gegenteil von “Kunst”. Wenn nun aber einer hingeht, einen Brunnen auf das Wesentliche reduziert und dann auch noch recht pragmatisch mit Bier füllt, dann hat der Brunnen ja nicht mehr die Funktion des Wasserspiels. Dann ist der ja eher ein Statement. Ich bin noch unsicher wofür. Vielleicht: Das Kunst sich überall verstecken kann.

Auf seinem Blog sieht man noch mehr von dem Brunnen. Dessen Felder ja auch noch beschriftet waren und ganz eigene Funktionen hatten (zum Beispiel das Pumpbecken als “Produktionswerk”). Bitte gucken sie hier.
abgelegt in: Kunst und Design, München, Workspaces ![]()


























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